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Neu geladen: Dazed & Confused

von Dirk Baranek am 7. August 2010 · 0 Kommentare

Gestern ist eine App mit dem Namen Dazed & Confused erschienen. Die ist kostenlos (iTunes-Link) und enthält die komplette August-Ausgabe der Printversion des international geachteten Mode- und Lifestyle-Magazins. Hier im Web: dazeddigital.com

Mit der App kann man also Zeitung lesen, nicht mehr und nicht weniger. Keine multimedialen Inhalte, keine Videos, Sounds, Specials, sondern einfach die Seiten durchwischen. Das Ganze ist auch nicht optimiert für das Lesegerät, bis auf eine Blätterfunktion, sondern einfach wie ein PDF gemacht. Bedeutet: Man muss die Seiten vergrößern, um die Texte lesen zu könen, was manchmal etwas nervig ist.

Technisch ist es manchmal etwas merkwürdig. Die App enthält nämlich nicht die ganzen Inhalte, sondern die Seiten laden erst in der richtigen Auflösung, wenn man sie durchblättert. Daher ist es empfehlenswert, erstmal alles in einer W-LAN-Umgebung aufzurufen. Dann allerdings kann man alles offline lesen.

Die Themen sind klar: Mode, Musik, Design, Kunst, Filme, Bücher. Die Perspektive ist auch: Dazed & Confused pflegt von den Themen her eine gewisse Punk-Attitüde, was sich auch in der Gestaltung niederschlägt.

Insgesamt also ziemlich gut, vor allem wegen der Inhalte. Frage ist halt, warum das kostenlos ist, bzw. ob das so bleibt. Dazu konnte ich nichts herausfinden.

Neu am Kiosk: iPad Easy

von Dirk Baranek am 29. Juli 2010 · 1 Kommentar

Haben heute zur Rezension das Heft iPad Easy reinbekommen aus dem Verlag Falkemedia, Kiel. Die machen auch MacLife. Kostet am Kiosk 7,90 Euro.

Das Fazit vorab: Die Zeitschrift ist okay. Vor allem Apple-Neulinge und nicht ganz so erfahrene Nutzer werden hier so manch hilfreichen Tipp finden. Für diese Zielgruppe sind auch einige gute Schritt-für Schritt-Anleitungen dabei. Profis und Apple-Hardcore-Nutzer können es aber links liegen lassen: nicht so viel Neues zu erfahren. Vielleicht mal eine App beschrieben, die man noch nicht kennt.

Die Aufmachung
Das Magazin ist ziemlich aufwendig gestaltet. Dickes Papier, vollfarbig, Format DIN A 4. Insgesamt gibt es 114 Seiten, die auch recht locker schön gestaltet sind. Dazu gibt es noch eine CD.

Inhalt Magazin
Wie gesagt, werden Anfänger glücklich sein. Hier die wichtigsten Strecken

  • 40 Seiten Schritt-für-Schritt-Anleitungen
  • Das erste Mal anschließen, Dokumenteverwaltung, Filme und DVDs vom Rechner auf das iPad übertragen
  • 40 Tipps & Tricks
  • 40 Seiten mit dem besten Apps: Spiele, Magazine, Apps zum Malen und Zeichnen sowie solche für Musiker.
  • Top-Zubehör: eine Reihe von nützlichen bis exklusiven Produkten für das iPad angesehen.
  • Praxistest mobile Hotspots
  • Große Kauf- und Tarifberatung: Für wen ist welches iPad-Modell das beste? Und welcher Datentarif passt am besten zu welchem Surf-Verhalten?

Auf der CD

  • 40 Minuten Video-Workshop: Auch nützlich für Anfänger.
  • Ein gutes Dutzend Mac- bzw. Win-Programm. Es handelt sichum Freeware bzw. Shareware z.B. um Audiobooks zu erstellen oder iTunes aufzumöbeln.
  • App-Store Bibel: eigentlich nicht schlecht, denn in diversen Kategorien werden über 300 Apps besprochen. Nachteil: schent etwas veraltet zu sein, weil es keine nur für das iPad entwickelten Apps gibt. Also ausschließlich iPhone-Zeug.

Fazit 2: Kann man mal reinschauen, wenn es irgendwo rumliegt, muss man aber nicht haben. Für Anfänger, die sich schwertun, ihre Mail-Accounts einzurichten oder wissen wollen, wie man Keynote oder Numbers benutzt, ist es hingegen gut. De Anleitungen haben sie ganz gut gemacht. Erfahrene Nutzer finden vielleicht einen neuen Datentarif oder ein-zwei Apps, die sie noch nicht kennen.

Demovideo: die iPad-Version des TIME Magazine

von Dirk Baranek am 11. Juni 2010 · 1 Kommentar

So wird sie dann vermutlich aussehen, die Version des US-Nachrichten-Magazins TIME auf dem iPad. Viele interaktive Elemente, Fotostrecken, Video…

Hoffnungsvoll haben Verlage und Konsumenten das iPad erwartet. Als Retter der Magazinpublikationen, als optimales Device zur Betrachtung dieser. Was wir aber bisher vorliegen haben, ist mehr als enttäuschend. Und das wird sich nicht ändern.

Jetzt, wo das iPad auch in Deutschland verfügbar ist, können wir auch in den Genuss deutscher Zeitungen und vor allem Zeitschriften auf dem iPad kommen. Neben der bereits vom iPhone bekannten SPIEGEL-App, haben es auch die WELT und die brand eins in den AppStore geschafft. Am meisten erwartet wurde auch hierzulande allerdings die lange angekündigte iPad-Version von WIRED, die seit einigen Tagen im AppStore zu finden ist.

Da für letztere ein sehr hoher PR-Aufwand betrieben wurde und sie immer wieder als Beispiel für die Umsetzung eines Erfolgreichen Magazins auf dem iPad genutzt wurde, steht sie nun da als Symbol für Zeitschriften und ähnliche Publikationen auf dem neuen Applegerät. Und obwohl die Kommentare vieler Nutzer und die Verkaufszahlen zunächst eine etwas andere Schlussfolgerung nahelegen: Sie ist eine absolute Enttäuschung.

Die meisten Leser werden sich an die “interaktive” CD-ROM erinnern, an die 90er Jahre. Es scheint so, als lade man sich diese CD-ROM nun zwar aus dem AppStore und das von Unterwegs – aber viel hat sich nicht verändert. Man kann auf Tap (statt Klick) ein Bild auf Bildschirmgröße maximieren, Videos abspielen, Töne erzeugen, Bildanimationen ansehen. Was im ersten Moment ganz nett aussieht, aber auch damals schon mehr technische Spielerei war, als inhaltliche Bereicherung. Ein reines, nett aufbereitetes PDF wäre mir fast lieber.
Habe ich noch vor wenigen Tagen das iPad als benutzerfreundliches Gerät gelobt, muss ich heute auf die Drittanbieter schimpfen.

Im Prinzip ist die Applikation eine Anreihung von Bildern, durch die sich der Benutzer scrollen kann. Ich fühle mich erinnert an meine Anänge im Webdesign, als ich in Photoshop Layouts in Tabellen aus einzelnen Bildern zerlegt und so online gestellt habe. Nun könnte man wenigstens damit argumentieren, dass ja die Bilder, durch die man scrollt, ja wenigstens schön anzuschauen sind, was so weit auch stimmen mag. Mehr als durchblättern möchte man aber nicht wirklich machen, zum Lesen animiert das Layout nicht.

Und nun kommt die wichtigste Frage, mit der wir von WIRED wieder zurück auf die Allgemeinheit der Magazine kommen:

Welchen Mehrwert bietet das Magazin als App gegenüber der Website?

Keinen. Nicht bei WIRED, nicht bei SPIEGEL, nicht bei der WELT. Sicherlich sind Inhalte dabei, die es im Web so nicht gibt. Genauso könnte man diese aber als Paid Content online stellen. Magazin-Apps sind nämlich nichts anderes: Paid Content hinter dem Schleier des AppStore.

Die beste Magazin-App wäre also ganz simpel eine Website. Eine Magazin-App, die die eigene Website für das iPad optimiert und um für das Gerät interessante Funktionen erweitert. Zum Beispiel könnte man Funktionen wie die von Instapaper übernehmen. Artikel zum später lesen temporär auf dem iPad speichern. Und das ist nur eine von tausenden Ideen, die man nach wenigen Sekunden Brainstormen haben könnte.

Nun verdient man damit selbstverständlich nicht so viel Geld wie mit einer monatlich erscheinenden App für 6€. Noch. Vermutlich verdient man mit der jetzigen Variante aber auch nicht viel Kohle, die Produktion ist noch relativ teuer, die Absätze noch zu niedrig. Und der Erfolg wird nicht schlagartig in die Höhe schießen, wenn die Publikationen weiter so aussehen werden wie jetzt.

Ich warte gespannt auf iAd. Vielleicht ändert es die Herangehensweise an die eigenen Publikationen auch in diesem Bereich zum Guten.

Zensur in Zeiten des iPads

von Dirk Baranek am 28. Mai 2010 · 27 Kommentare

Apple reguliert die Inhalte, die bei iTunes angeboten werden. Der Bereich Musik ist meines Wissens noch nie so recht davon betroffen gewesen, aber bei den Apps gab es zuletzt erhebliche Eingriffe. Inhalte mit leicht anzüglichem Bildmaterial wurden rausgeschmissen. Es ging dabei nicht um Pornografie, davon war sowieso noch nie etwas zu sehen, sondern um relativ harmlose Bikini-Fotos.

Jetzt aber geht es weiter. Inzwischen sind ja auch deutsche Verlage mit ihren Produkten auf Grund der neuen Möglichkeiten des iPads dort vertreten. Unter anderem der Springer-Verlag mit seiner App iKiosk. Mit der ist es möglich, aktuelle Print-Ausgaben von WELT, Hamburger Abendblatt und auch BILD zu laden.

Besonders das Revolverblatt BILD ist dafür bekannt, blanke Busen zu zeigen, gerne auch auf der Titelseite. Dass diese Darstellungen mit weißen Streifen überarbeitet werden, um nicht gegen die Regeln von Apple zu verstoßen, kann nicht überraschen. Allerdings geht die (Selbst?-)Zensur wesentlich weiter, wie man heute sehen konnte. Nicht nur Sex und Erotik scheint im Visier der Apple-Kontrolleure zu stehen, sondern auch Darstellungen, die in der US-Medienwelt als graphic violence bekannt sind.

In zwei BILD-Artikeln befinden sich Fotos, die durch schwarze Flächen abgedeckt werden. Zum einen geht es um Bilder aus einer TV-Dokumentation über brutale Aktionen in Tschechien, die sich im Mai 1945 offenbar gegen Sudetendeutsche richteten. Hinrichtungsszenen, Tote – alles abgedeckt. Der zweite Artikel berichtet über den “Plastinator” Gunter von Hagen, der Leichenteile präpariert und ausstellt. Auch hier wurden Darstellungen abgedeckt.

Sicher, BILD beutet solche Bilder gnadenlos sensationalistisch aus. Es stellt sich aber die Frage, wie weit das alles noch gehen wird. Werden wir bald auch keine Bücher im iBookstore finden, in denen Fotos von Leichenbergen in Konzentrationslagern den Völkermord dokumentieren? Wird das berühmte Exekutionsfoto aus dem Vietnamkrieg nicht mehr in der Applewelt zu sehen sein? Werden zuletzt die Schreckensbilder von Goya aus dem spanischen Krieg vor 200 Jahren der Zensur zum Opfer fallen?

Hier wird sich ein Druck in der öffentlichen Meinung aufbauen müssen, um solchen Entwicklungen Einhalt zu gebieten.

Springer-Chef betet

von Dirk Baranek am 8. April 2010 · 2 Kommentare

Schon etwas bizarr, der Auftritt von Springer-Chef Mathias Döpfner im US-Fernsehen, den man hier sehen kann. In einer Talk-Show berichtet er über das iPad, das er sich gerade während eines Aufenthalts in Miami gekauft habe. Dann versteigt er sich zu einer Eloge über Apple-Chef Steve Jobs: “Jeder Verleger sollte sich einmal am Tag hinsetzen, beten und Steve Jobs dafür danken, dass er mit diesem Gerät die Verlagsindustrie rettet.”

Vor allem die einfache Bedienbarkeit des Gerätes sei eine neue Qualität, und dass es gleichzeitig ein simples Bezahlmodell mitliefere. Dann stellt Döpfner die Applikation der WELT vor, die man jetzt auch auf dem iPad lesen kann und die man bezahlen muss. Wichtig ist ihm auch der Umstand, dass es sich um ein “Zurücklehn-Gerät” handele, das man eben bequem auf dem Sofa lesen könne und nicht in einer Arbeitshaltung.

Trotzdem: wir halten die Hoffnung von Döpfner, der auch der amerikanische Medienmogul Rupert Murdoch huldigt, dass es mit dem iPad nun vorbei sei, mit dem verfluchten Gratis-Web, für verfrüht.

Zum einen: Ja, man kann mit dem iPad auch surfen. Alle kostenlosen Newssites sind weiter erreichbar. Von daher ändert das iPad zunächst mal gar nichts.

Zum anderen: Die Nutzer werden nur dann auf Bezahlinhalte zurückgreifen, wenn diese wirklich einen Mehrwert bieten. Das ist aber bisher nicht der Fall. Es sieht derzeit eher danach aus, als ob die Verlage einfach ihre Printausgaben in lesbare Dokumente umwandeln. Das wird aber nicht reichen.

Chancen sehen wir für Nischeninhalte. So sind wir gespannt auf die erste Ausgabe von WIRED, die wir sicher mal kaufen werden. Einfach mal eine Ausgabe runterladen, eine schöne, mit extra für das iPad aufbereiteten Inhalten. Aber eine simple Tageszeitung, das braucht kein Mensch. Da wird Döpfner wirklich noch beten müssen.

Multimediale Magazinproduktion für iPad

von Dirk Baranek am 18. März 2010 · 1 Kommentar

Die US-Frauenzeitschrift VIV produziert eine interaktive und multimedial extrem aufgebretzelte Ausgabe für das iPad. Die beiden Videos des Fotografen Alex Henry zeigen, wie aufwändig die Produktion einer solchen Sache ist und wie das dann eventuell aussehen könnte.

The New Yorker kommt aufs iPad

von Dirk Baranek am 1. März 2010 · 0 Kommentare

Der US-Verlag Condé Nast wird neben den Magazin GQ, Wired, Vanity Fair und Glamour auch The New Yorker in einer Version für das iPad veröffentlichen. Das berichtet die Online-Ausgabe der New York Times.

Die Ausgaben werden nach und nach erscheinen. Während GQ mit der April-Ausgabe verfügbar sein wird, werden Vanity Fair und Wired im Juni folgen. Der New Yorker soll dann im Sommer im iBookstore erscheinen.

Bekannt wurden auch Verkaufszahlen für die iPhone-App des Glamour. Von der Dezember-Ausgabe wurden 7.000 Exemplare verkauft, im Januar waren es schon 15.000.

Wie aus dem internen Memo bekannt wurde, wird der Verlag mit den Preisen für die iPad-Ausgaben zunächst experimentieren. Das gleiche gilt für die Werbestrecken. Bis zum Herbst will man dann auf den Erfahrungen aufbauend endgültige Konzepte entwickeln.

Nachdem das Magazin WIRED bereits seine Version für das iPad vorgestellt hatte, zieht jetzt das US-Lifestyleblatt INTERVIEW nach. Das wurde vor 40 Jahren von Andy Warhol gegründet. Jetzt hat der Verlag seine Version für eine iPad-Ausgabe vorgestellt und als Video veröffentlicht. Geplant ist, zum Verkaufsstart des iPad Ende März gleich drei Ausgaben anzubieten: Die Jubiläumsausgabe (Dez09/Jan10 und die Ausgaben von Februar und April 2010.

Klar wird: INTERVIEW wird die audiovisuellen Möglichkeiten des iPad voll ausnutzen…

Verlagschef Francis Malone sagte anlässlich der Vorstellung:

Interview magazine occupies a unique position, providing access to the most intriguing personalities in entertainment, fashion and popular culture. Our new mediadesign, creative, technology, and contentcompetencies are world class and, importantly, in-house. By leveraging our new media capabilities, Interview can now connect and engage with its audience anytime, anywhere. This is a new kind of audience network: a ubiquitous networkoriginal and great content, on any device, at any time, in any place.

Video: Wie WIRED seine Ausgabe für iPad entwickelt

von Dirk Baranek am 16. Februar 2010 · 2 Kommentare

So wird das also aussehen…

“Darauf haben wir 15 Jahre gewartet.”