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Die GQ-App auf dem iPad: verhältnismäßig gut

von Kacper Potega am 13. Januar 2011 · 0 Kommentare

GQ-IconWenn eine App damit wirbt “die Gentleman-App” zu sein, muss ich als Moderner Gentleman doch selbstverständlich den Downloadbutton betätigen und auf Herz und Nieren testen, was die App so hergibt. So ist es geschehen im Falle der App der deutschen Ausgaben des Gentleman Quarterly (GQ) (iTunes-Link).

Bei Magazinen auf dem iPad bin ich bekanntermaßen doppelt kritisch, aus philosophischer wie aus gestalterischer Sicht. Die GQ-App schneidet allerdings, das nehme ich vorweg, verhältnismäßig gut ab.

Die App ist schnell runtergeladen, der Content wird kurz vorgeladen und ist dann komplett verfügbar.

1. Feststellung: komplett leserlich gestaltet. Besser als die meisten anderen Apps hat es Condé Nast hier also schon gemacht. Störend ist lediglich, dass an einigen Stellen der Text nicht komplett gerendert wird, es fehlen ab und an auch Bilder. Das scheinen noch die Bugs zu sein, die es zu beheben gilt.

Gestalterisch könnte man sich etwas mehr Spannung wünschen, das jetzige Design geht sehr stark auf Sicherheit, sieht aber eben auf jeder Seite gleich aus. So lässt sich natürlich schnell Content erstellen und aktualisieren, macht die App aber nicht unbedingt attraktiver.

Einziger Streitpunkt bleiben also die Inhalte. Die mag man oder nicht. Wer sie mag, kann aber getrost downloaden. Schöner und übersichtlicher als die GQ-Website ist die App allemal.

MONOPOL auf iPad: der nächste Reinfall

von Dirk Baranek am 13. Dezember 2010 · 1 Kommentar

Kunst also, zeitgenössische Malerei, Objekte, Performance, Konzept und was man da noch so alles finden kann in diesen Zeiten. Unter uns: ich mag das Zeug. Es gibt da immer wieder Sachen mit viel Humor, mit Geist, mit Sachen, die über den eigenen Horizont hinausgehen. Inspirierend ab und zu.

Über aktuelle Entwicklungen informieren Kunstmagazine, eines der vielleicht profiliertesten aus Deutschland heißt MONOPOL. Der Anspruch ist aber international. Ein sichtbares Zeichen dafür ist unter anderem die durchgängige Verwendung der englischen Sprache. Nun gut, das ist kein prinzipielles Hindernis. Ist jedenfalls aufwändig gemacht, durchgängig vierfarbig. Die Themenauswahl ist nach meinem Ermessen nicht gerade experimentell, sondern eher auf das fokussiert, was schon den Durchbruch geschafft hat. Egal, kann man sich mal anschauen.

MONOPOL muss natürlich auf das iPad. Jetzt liegt die erste Ausgabe vor. Gibt es sogar kostenlos im Appstore: iTunes-Link.

Okay, man lädt also die App und bekommt ene Art Regal. Dort steht die Dezemberausgabe zum Download bereit. 206 MB schwer. Was bekommt man? Die Print-Ausgabe angereichert durch ein (!) Video, eine interaktive Grafik und ein paar Diashows (mit Bildern, die sowieso drin sind). Wie jetzt, das ist alles? Genau.

Also: wer moderne Kunst mag und ein bisschen was erfahren will über Jonathan Meese zum Beispiel und was so auf der Art Basel in Miami los sein wird, der ist hier gut aufgehoben. Ansonsten zeigt sich eklatant, wie schwachsinnig es ist, ein Magazin derart auf iPad zu bringen. Zum Beispiel kann man es im Querformat nicht lesen, weil die Schrift zu klein ist. Man kann es aber auch nicht mit Gesten vergrößern! Bedeutet: man muss es hochkant lesen. Das hat wiederum zur Folge, dass einige Kunstwerke abgeschnitten werden, weil sie über die “Doppelseite” laufen. Arrgs.

Seufz. Wieder ein Reinfall. Was jetzt nichts über den Inhalt sagen soll. Das ist schon okay. Ich mag das.

PROJECT von Virgin Digital Publishing Limited

von Huck Haas am 6. Dezember 2010 · 3 Kommentare

Es dauert ja schonmal 20 Minuten bis man das PROJECT-Magazin für 2,39 Euro überhaupt runtergeladen hat. Muss das immer so sein? Ich glaube da geht einiges mehr, bzw. weniger. Also kürzer. Die Ladezeit meine ich.

ABER DANN…

Das “Cover” der akutellen Ausgabe ziert mit Jeff Bridges die zweitcoolste Socke des Erdballs und dann kommt man ziemlich schnell darauf, dass tatsächlich Titelseiten von iPad-Magazinen nicht zwingend statisch sein müssen. Ganz im Gegenteil, ich möchte nie mehr eine statische Titelseite bei einem solchen Magazin sehen. Das ist ja sowas von 1450-2009. Ich lese: “Jeff Bridges reboots Tron”. Das ist eine Ankündigung, die nur noch von “Jeff Bridges reboots Duke Nukem” übertroffen werden könnte.

Als nächstes kommt Reklame für ein Kraftfahrzeug, dessen Marke ich nach elf Sekunden wieder vergessen habe. Was ich nicht vergessen habe: wie hakelig diese Werbung zu überspringen ist. Und dann sieht man den Herausgeber Richard Branson und wie er sich über das Magazin und das iPad in seiner Kombination freut. So ungefähr wie hier in diesem Video:

Und dann kommt also ein Magazin das, wie ComputerBILD behauptet, das erste seiner Art sei und um dessen Erstveröffentlichung es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Rubert Murdoch gegeben haben soll. Oh-Kay?!?

Aber nun kommt aber ein ganz normales Magazin für das iPad. Auch wenn lauthals damit geworben wird, dass es DAS iPad-Magazin (ähem!) überhaupt sein soll. ComputerBILD sagt sogar, es handele sich dabei um ein Hochglanz-Magazin, was ja beim glossy Display vom iPad irgendwie unumgänglich ist. Jedenfalls ist das Layout ein bisschen nett gemacht und wenn die Werber vom Project-Magazin nicht so angeben und dadurch wer weiß was für eine Erwartung hochkochen würden, dann wäre man auch nicht so irritiert, dass PROJECT eher wie ein ganz normales, nettes Magazin fürs iPad rüberkommt. Die Inhalte sind sowieso immer Geschmacks- und Interessenssache: Was mit Rachel Botsman, Nordkorea und äh… den Lieblings-Apps von Vladimir Putin. Er nutzt also Instapaper, Photogene, eBay, Numbers und Angry Birds. Oder habe ich das falsch verstanden? Ich möchte mal sehen, wie Vladimir Putin die Angry Birds-Stage 11-14 absolviert, ohne bei Youtube zu spicken, um anschließend ein Foto vom romantisch verschneiten Kreml via Photogene zu bearbeiten.

Der Artikel mit dem eingangs erwähnten Jeff Bridges beginnt dann wieder mit einem animierten Jeff Bridges, der barfuß am Strand spazieren geht und dabei betrunken anmutet. Das ist natürlich lustig. Das Layout ist dabei gut gemacht, während man im Satz auf Blocksatz gesetzt hat, was die Leserlichkeit durch enervierend unterschiedliche Spationierungen bis zum Exzess erhöht (NOT).

Manchmal weiß ich mir, um einen Artikel oder eine Seite zu verlassen, auch nicht anders zu helfen, als das Inhaltsverzeichnis aufzurufen. Dann frage ich mich selbstkritisch, was habe ich falsch gemacht, was habe ich nicht verstanden? Einmal wollte ich was mit einem Pinsel aufs Display malen, dann kam Reklame für eine Kreditkarte. Den Zusammenhang habe nicht verstanden. So geht das in e-i-n-e-r Tour.

Es ist also ein ganz normales und dazu schönes Magazin fürs iPad. Man weiß nicht, wie es weitergeht und man weiß vor allem nie wirklich, ob man durch ist mit dem Magazin, aber es sieht gut aus. Das macht mich ganz duselig und dann warte ich auf die nächste ALLERNEUESTE Version eines wirklich richtig guten Magazines für das iPad.

Bis dahin lese ich PROJECT aber mal durch und ich hoffe ich merke, wenn es zu Ende ist.

Wenn ich höre, dass irgendein größeres Magazin seine Portierung auf das iPad genießen darf, muss ich es natürlich sofort auf mein iPad laden. Daher habe ich die Cicero-App auf mein iPad geholt, die mir kostenlose Ausgaben bis Januar 2011, weil gesponsort von BMW, verspricht.

So tätigte ich den ersten InApp-Umsonst-Kauf der Ausgabe Dezember 2010. Um den Download zu starten muss man BMW und Cicero aber erstmal seine Seele in Form von persönlichen Daten schenken. Weil ich als jemand, der in der Design- und Werbeindustrier tätig ist, so etwas eh lange nicht mehr besitze, war das selbstverständlich kein Problem. Der Download begann und dauerte trotz ordentlicher Internetverbindung einige lange lange Minuten. Das kennt man ja schon so. Ich konnte mir auch ganz gut vorstellen, was mich erwartete.

Cicero auf dem iPad

Meine Vorstellung hat sich dann leider noch schlimmer bewahrheitet. Ich hatte, im Prinzip, ein PDF heruntergeladen. Ja, natürlich, es ist kostenlos, aber unsere interne Regel lautet: Alles, was wir rausgeben, und sei es kostenlos, unnötig, egal was, muss geil sein. Das sollte sich Cicero auch zu Herzen nehmen.

Aber wollen wir sachlicher werden. Die App ist auf zwei Ebenen schwach: Design und Technik.

Cicero auf dem iPad

Weil es ein PDF der Printausgabe mit einigen integrierten Videos ist, sind auch die Größenverhältnisse gleich geblieben. Im Porträtmodus geht das noch gerade so mit der Lesbarkeit ohne reinzoomen zu müssen. Die Doppelseitenansicht im Querformat kann aber einfach nicht ernst gemeint sein. Die Schriftgröße ist durchgehend zu klein, die genutzten Fonts für den Bildschirm nicht geeignet. Das lustigste: Sogar der Coupon zum Ausschneiden für das Miniabo ist dringeblieben, zum Anklicken.

Cicero auf dem iPad

Als ob das nicht genug wäre, gibt es technisch noch mehr zu bemängeln. Allem voran die Geschwindigkeit – beim ersten Durchblättern setzte bei jeder Seite erst einmal das Buffering ein. Bei YouPorn ist das zu verzeihen, aber doch nicht beim Magazin für Politische Kultur!

Insgesamt bleibt also nur anzuraten: Kauft euch, wenn ihr es denn inhaltlich interessant findet, das Magazin lieber auf totem Baum. Zumal die Printausgabe genauso teuer ist, wie Cicero andenkt die einzelnen Ausgaben im AppStore anzubieten: 8 Euro.

ZEIT Online jetzt optimiert für iPad

von Dirk Baranek am 18. November 2010 · 5 Kommentare

Es gibt Apps von Nachrichtenmagazinen, es gibt deren Websites, die man mit Safari ansteuert, und es gibt jetzt eine dritte Kategorie: Websites, die für iPad optimiert sind.

Diese erreicht man ganz normal mit Safari oder einem anderen Browser auf dem iPad, allerdings wird ja, wenn man die Seite aufruft, die Information über das benutzte Betriebssystem an den Seitenbetreiber übermittelt. Als iPad-Nutzer wird man daher automatisch auf die für das Gerät optimierte Seite umgeleitet.

Was zeichnet jetzt solche Seiten aus? Beispielhaft zeigt das die neue iPad-Version der ZEIT, die seit gestern im Netz zu erreichen ist. Vor allem wenn man diese mit der normalen Webversion vergleicht.

Die iPad-Version läuft schmaler, der rechte Rand wurde weggelassen. Die Artikelteaser wurden zudem nebeneinander in zwei und drei Spalten angeordnet und nicht spaltenbreit untereinander. Auch im Vollartikel wurde auf die rechte Spalte verzichtet. Die Schrift ist schön groß und kann sehr gut gelesen werden. Und selbstverständlich gibt es bei der iPad-Version kein Flash – die Videos werden in HTML5 ausgeliefert. Eine kleine Macke ist mir aufgefallen: es gibt im Layout keinen Unterschied zwischen Hoch- und Queransicht. Ist aber nicht so schlimm.

Insgesamt ein sehr gelungener Ansatz, der mir sehr gut gefällt. Fazit: eine ZEIT-iPad-App braucht es meines Erachtens nun nicht mehr.

The New Yorker als iPad-App erschienen

von Dirk Baranek am 27. September 2010 · 1 Kommentar

The New Yorker ist nicht irgendeine Zeitung, sondern das Meinungsblatt des liberalen Bürgertums der us-amerikanischen Ostküste. Seit 1925 veröffentlichen hier viele originelle Autoren in Text und (gerne gezeichnetem) Bild ihre aussagekräftigen Artikel. Ein Bollwerk des essayistischen Journalismus.

Mit der heute erschienen iPad-App (iTunes-Link), die es zunächst kostenlos gibt, kann man sich dann die jeweilige, monatlich erscheinende Ausgabe kaufen. Kostet 3,99 Euro. Wer sich dafür entscheidet, lädt infolgedessen mit dem iPad 173 MB runter. Empfehlenswert also, sich in einem W-LAN-Netzwerk zu befinden.

Das Cover der Oktoberausgabe ist von David Hockney, bekannter britischer Maler und bekennender iPad-Nutzer, der das auf Brushes gezeichnet hat, wie man in einem Video sehen kann. Überhaupt: es gibt viele Videos zu sehen, unter anderem ein seltenes Stück mit John Cage, siehe Screenshot.

Titelstory ist “The Unsocial Network” mit einem Text von Malcalm Gladwell, der über Twitter herzieht. Es ist jedenfalls die komplette Ausgabe, gehalten im inzwischen fast standardisiertem iPad-Printmagazin-Design. So ganz trauten sie dem Braten allerdings nicht und haben extra ein Stück über das Infodesgin gemacht, hier im Screenshot eine Erläuterung der Info-Elemente.

Insgesamt nichts besonderes, aber das sollte man von diesem Blatt eh nicht erwarten. Es ist bekannt für sein editorisch konservatives Auftreten. Ein kleiner Spleen, den man sich leistet. Hier kommt es allein auf die Inhalte an, die allerdings gut lesbar und interessant aufbereitet sind. Ein Jahresabo der Printausgabe kostet übrigens bei Amazon 150 Euro.

Neu geladen: Dazed & Confused

von Dirk Baranek am 7. August 2010 · 0 Kommentare

Gestern ist eine App mit dem Namen Dazed & Confused erschienen. Die ist kostenlos (iTunes-Link) und enthält die komplette August-Ausgabe der Printversion des international geachteten Mode- und Lifestyle-Magazins. Hier im Web: dazeddigital.com

Mit der App kann man also Zeitung lesen, nicht mehr und nicht weniger. Keine multimedialen Inhalte, keine Videos, Sounds, Specials, sondern einfach die Seiten durchwischen. Das Ganze ist auch nicht optimiert für das Lesegerät, bis auf eine Blätterfunktion, sondern einfach wie ein PDF gemacht. Bedeutet: Man muss die Seiten vergrößern, um die Texte lesen zu könen, was manchmal etwas nervig ist.

Technisch ist es manchmal etwas merkwürdig. Die App enthält nämlich nicht die ganzen Inhalte, sondern die Seiten laden erst in der richtigen Auflösung, wenn man sie durchblättert. Daher ist es empfehlenswert, erstmal alles in einer W-LAN-Umgebung aufzurufen. Dann allerdings kann man alles offline lesen.

Die Themen sind klar: Mode, Musik, Design, Kunst, Filme, Bücher. Die Perspektive ist auch: Dazed & Confused pflegt von den Themen her eine gewisse Punk-Attitüde, was sich auch in der Gestaltung niederschlägt.

Insgesamt also ziemlich gut, vor allem wegen der Inhalte. Frage ist halt, warum das kostenlos ist, bzw. ob das so bleibt. Dazu konnte ich nichts herausfinden.

Neu am Kiosk: iPad Easy

von Dirk Baranek am 29. Juli 2010 · 1 Kommentar

Haben heute zur Rezension das Heft iPad Easy reinbekommen aus dem Verlag Falkemedia, Kiel. Die machen auch MacLife. Kostet am Kiosk 7,90 Euro.

Das Fazit vorab: Die Zeitschrift ist okay. Vor allem Apple-Neulinge und nicht ganz so erfahrene Nutzer werden hier so manch hilfreichen Tipp finden. Für diese Zielgruppe sind auch einige gute Schritt-für Schritt-Anleitungen dabei. Profis und Apple-Hardcore-Nutzer können es aber links liegen lassen: nicht so viel Neues zu erfahren. Vielleicht mal eine App beschrieben, die man noch nicht kennt.

Die Aufmachung
Das Magazin ist ziemlich aufwendig gestaltet. Dickes Papier, vollfarbig, Format DIN A 4. Insgesamt gibt es 114 Seiten, die auch recht locker schön gestaltet sind. Dazu gibt es noch eine CD.

Inhalt Magazin
Wie gesagt, werden Anfänger glücklich sein. Hier die wichtigsten Strecken

  • 40 Seiten Schritt-für-Schritt-Anleitungen
  • Das erste Mal anschließen, Dokumenteverwaltung, Filme und DVDs vom Rechner auf das iPad übertragen
  • 40 Tipps & Tricks
  • 40 Seiten mit dem besten Apps: Spiele, Magazine, Apps zum Malen und Zeichnen sowie solche für Musiker.
  • Top-Zubehör: eine Reihe von nützlichen bis exklusiven Produkten für das iPad angesehen.
  • Praxistest mobile Hotspots
  • Große Kauf- und Tarifberatung: Für wen ist welches iPad-Modell das beste? Und welcher Datentarif passt am besten zu welchem Surf-Verhalten?

Auf der CD

  • 40 Minuten Video-Workshop: Auch nützlich für Anfänger.
  • Ein gutes Dutzend Mac- bzw. Win-Programm. Es handelt sichum Freeware bzw. Shareware z.B. um Audiobooks zu erstellen oder iTunes aufzumöbeln.
  • App-Store Bibel: eigentlich nicht schlecht, denn in diversen Kategorien werden über 300 Apps besprochen. Nachteil: schent etwas veraltet zu sein, weil es keine nur für das iPad entwickelten Apps gibt. Also ausschließlich iPhone-Zeug.

Fazit 2: Kann man mal reinschauen, wenn es irgendwo rumliegt, muss man aber nicht haben. Für Anfänger, die sich schwertun, ihre Mail-Accounts einzurichten oder wissen wollen, wie man Keynote oder Numbers benutzt, ist es hingegen gut. De Anleitungen haben sie ganz gut gemacht. Erfahrene Nutzer finden vielleicht einen neuen Datentarif oder ein-zwei Apps, die sie noch nicht kennen.

Inhalte aus dem Web, die nicht ganz so gefällig aufbereitet sind, mit Hilfe von iPad-Apps ästhetisch zu präsentieren – das scheint sich jetzt richtig zum Trend zu entwickeln. Jedenfalls waren die Reaktionen über die App Flipboard, die sich in vielen Medien gefunden haben, fast schon enthusiatisch, während wir das ja schon etwas kritischer gesehen hatten.

Sei es drum, hier das nächste Ding in dieser Kategorie: Discover. Die App erscheint vermutlich morgen im App-Store und auch sie verspricht ein gesteigertes Leseerlebnis von eigentlich tollen, aber nicht so attraktiv dargestellten Inhalten. Thema von Discover ist die Wikipedia.

Die Idee ist allerdings nicht schlecht, denn die Wikipedia hat hervorragende, enzyklopädische Inhalte, die langweilig präsentiert werden. Dem will Discover abhelfen und bietet wie schon Flipboard eine magazinähnliche Lösung an.

Wie gesagt, ist noch nicht online, hier aber schon mal das Video der App-Entwickler von Cooliris.

Also gut, diese App macht heute Furore, alle sind begeistert.

Habe ich mir die auch mal geladen. Ist ja kostenlos.

Dann fingen aber die Probleme an. Zunächst mal kann man sich hartnäckig nicht einloggen, denn man muss sich, um das Ding zu nutzen, mit seinem Twitter- und seinem Facebook-Account registrieren. Das funktionierte heute auf Grund des Riesenansturms nicht. Hallo, es gibt grade mal 3,5 Millionen iPads in der Welt.

Meinen Twitter-Account damit zu verknüpfen, habe ich inzwischen geschafft, aber Facebook geht nach wie vor nicht. Inzwischen schieben die Betreiber eine Nachricht auf den Schirm, dass bis auf weiteres keine Facebook-Log-Ins mehr angenommen werden. Sie arbeiten dran…

Dieser Vorgang macht deutlich: Die App ist abhängig von den Flipboard-Servern. Okay, kann man wie Twitter in den Griff kriegen. Hrhr.

Und was kann ich denn jetzt so sehen bzw. abonnieren auf Flipboard.

  • Eine Timeline eines Twitteraccounts. Mehrere Accounts sind nicht möglich. Für mich bedeutet das: Ich habe die Timeline meines Accounts @baranek abonniert, aber die Timeline von @ipadMag kriege ich nicht drauf.
  • Twitterlisten. Ich kann meine eigenen Listen abonnieren.
  • Twitterer. Ich kann Twitteraccounts suchen und deren Feed abonnieren, sehe also deren Tweets.
  • Ich kann irgendwelche Feeds abonnieren, die Flipboard mir anbietet. Woher die kommen? Keine Ahnung… Zum Beispiel erscheint dort der Feed “BoingBoing”. Dabei scheint es sich weder um deren Twitter-Account zu handeln, noch um deren RSS-Feed.

Was geht nicht?

  • Twitterlisten von anderen Accounts? Fehlanzeige.
  • RSS-Feeds? Fehlanzeige.
  • Die Timeline weiterer Twitter-Accounts? Fehlanzeige.
  • Komische Sache ist das mit dem Aktualisieren. Es wird nicht von selbst aktualisiert, wenn man den gewählten Feed geöffnet hat. Man muss die gesamte App schließen und neu starten, dann kommt das neue Zeug.
  • wenn ich mal so meine Timeline vergleiche und daneben Flipboard halte, geht da irgendwie einiges durcheinander. So richtig chronologisch ist das alles nicht.

Fazit

Unbestritten, die Sache sieht toll aus. Die grafische Umsetzung der Voransichten ist brilliant und funktioniert ganz toll.

Aber es gibt noch einige Haken an der Sache, die mir zumindest den Spaß vergällen. Vor allem, dass ich nicht mehrere Twitteraccounts und keine RSS-Feeds einbauen kann, ist ein echter Mangel. Ganz zu schweigen von dem Aktualisierungsdingens und der Abhängigkeit von deren Servern.

Was ich mich frage: Ist das irgendwie ein Blenderding? Macht die Schönheit besoffen? Werde ich das Ding wirklich nutzen? Oder werde ich da mal, wenn ich ein bisschen Langeweile habe, drin blättern, wie in einem Kaffeetischchenbuch? Genau, Flipboard ist das coffee table book der social media.