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Sich wie Gott fühlen, das ist eine schöne Sache. Also muss eine App, die einem das Gefühl gibt, Gott zu sein, schön sein. Quod erat demonstrandum.

Nachdem ihr von dieser stichhaltigen Beweisführung gefügig gemacht wurdet, ladet ihr euch jetzt sicherlich alle ebenfalls Solar Walk für das iPad (2,39 Euro | iTunes-Link) herunter.

Mit Solar Walk kann man als iPad-Nutzer, der durch das Sonnensystem fliegt, eben jenes Wechselspiel der Planeten erkunden. Viele Informationen stehen obendrein zum Abruf bereit. Aber damit nicht genug: Planeten können verschoben, beschleunigt und die Auswirkungen dieser Taten beobachtet werden. Wie wäre das denn so, wenn die Erde tatsächlich das Zentrum des Universums wäre? Wir hätten kein schönes Leben, das kann ich verraten.

Die App läuft auf dem iPad schön flüssig, auf dem iPhone und Mac haben wir es nicht ausprobiert, dürfte aber laut Bewertungen ebenfalls problemfrei funktionieren. Ich wünsche viel Spaß!

Vom draußen rumlaufen: WanderApps

von Dirk Baranek am 27. September 2010 · 2 Kommentare

Ähm, Wandern, jetzt hier? Wo es grade Herbst wird und draußen rumlaufen nicht grade der Bringer ist? Ja, irgendwie bin ich heute reingerutscht in das Thema.

Hach ja, wandern! Biedere Beschäftigung? Geocaching is the new black? Ach was! Mit richtigem Schuhwerk auf unbekannten Pfaden mehr oder weniger ziellos durch die Landschaft streifen ist eine schlichte, gleichwohl labende Tätigkeit. Also wandern ist gut, kann Spaß machen.

Wandern mit dem iPad? Habe ich noch nicht probiert, aber kommt bestimmt. Schuhe habe ich jedenfalls. Für das iPad bräuchte es als Hilfsmittel optimalerweise GPS-basierte Wanderkarten, mit all den Einträgen, die man neben den Wegen und eventuell Touren zuvörderst benötigt: Rastplätze, Gartenwirtschaften, Hütten – denn man will ja schließlich einkehren, der Landschaft Mahl genießen. Klar, ausschreitend vorbei an kleinen Naturwundern, bizarren Felsformationen, gut und schön, aber einkehren, das ist der Höhepunkt.

Kleiner Check genügt, um zu wissen, dass Google Maps, die normale KartenApp dafür nicht ausreicht. Wanderwege sieht man da meines Erachtens nicht. Mal im Appstore schauen..

Unter Wandern findet man da an iPadoptimierten Apps zum Beispiel Trails (iTunes-Link). Kostet 2,39 Euro und gibt es auch als funktonseingeschränkte, kostenlose Lite-Version. Im Kern geht es bei Apps dieser Art um das Aufzeichnen einer Route via GPS. Das Kartenmaterial ist in Ordnung, geht bis auf kleinere Wege runter. Zusatzinfos wie auf Wanderkarten üblich gibt es allerdings nicht.

Oberbayern HD (iTunes-Link) , herausgegeben von einer bayerischen Tourismusbehörde und daher kostenlos, zeigt, in welche Richtung bei diesem Thema gehen könnte. Hier gibt es Karten im Maßstab 1:10.000 und viele sonstige Infos. Ist professionell gemacht. Aber eben leider nur für Oberbayern.

Ähnliches, aber noch weiter optimiert zeigt der renommierte Reiseführerverlag Michael Müller mit der App Wanderführer Mallorca (iTunes-Link). 39 Touren gibt es da, die man mit ausgezeichnetem Kartenmaterial GPS-gesteuert und getrackt abwandern kann. Besser gehts wohl nicht, kostet allerdings 11,99 Euro.

Das war es allerdings auch schon an Apps!! Sieht also ziemlich mau aus…

Warum ich aber eigentlich auf das Thema Wandern gekommen bin, ist der Umstand, dass der Verlag Schaffrath heute, so die Pressemitteilung die uns erreichte, eine Deutschland-Premiere feiert. Seit heute gibt es nämich kostelos die App Wandermagazin (iTunes-Link). Es soll sich um die erste deutschsprachige App handeln, die “auf Basis der Digital-Magazine-Publishing-Technologie von Adobe entstanden ist, mit der auch die WIRED Magazin-App realisiert wurde.” Wir hatten über diese Technik von Adobe berichtet.

Das ändert allerdings nichts daran, dass die kostenlose App mit dem Wandern und dem iPad rein gar nichts zu tun hat. Vielmehr handelt es sich um ein Printmagazin, dass so einigermaßen für das iPad grafisch optimiert wurde, inklusive drei multimedialer Angebot. Ansonsten sind dort wirklich Links “gedruckt”, also man muss sie abschreiben, um sie zu öffnen – peinlich. Anstatt die sicher kenntnisreichen Geschichten mit Imagebildschrott zu illustrieren, wäre interaktives Kartenmaterial sicherlich angebrachter. Von der Themenauswahl gleich ganz zu schweigen: biederer geht es nimmer, null Gadget vorgestellt zum Beispiel. Wenig bis nichts verstanden, wie so was auf dem iPad stattfinden sollte.

Also eigentlich alles total uninteressant. Hätte ich gar nicht schreiben sollen, diesen Artikel. Was soll’s, jetzt ist er halt da.

Hier noch als Screenshot die Gestaltung dieses schrecklichen Wandermagazins

Fotopedia Heritage: Das Weltkulturerbe auf dem iPad

von Dirk Baranek am 15. August 2010 · 0 Kommentare

Ich schätze die Idee sehr, die wichtigsten kulturellen, architektonischen oder auch landschaftlichen Menschheitswunder zu bewahren und für die Nachwelt zu erhalten. Dieser Arbeit widmet sich seit Jahren die UNESCO (United Nations Educational, Scientific and Cultural Organization). Unter anderem hat sie die berühmte Liste mit den Stätten des Weltkulturerbes zusammengestellt. Diese Liste hat, wie man in der letzten Zeit immer wieder erfahren konnte, zum Beispiel in Dresden, eine immer größere Bedeutung.

Ich bin ein großer Fan dieser Sache, weil ich einfach glaube, dass wir solche kulturellen Höhepunkte der Menschheitsgeschichte bewahren müssen und nicht dem kapitalistischem Verwertungsinteresse unterwerfen dürfen. Mein Traum, ich bin auch gelernter Historiker, ist es im übrigen, all die Stätten einmal selbst besucht zu haben, aber das wird wohl einer bleiben: es sind zu viele der Wunder. 890, um genau zu sein…

Aber dann reise ich einfach mit dieser neuen App dahin: Fotopedia Heritage. Die gibt es seit ein paar Tagen kostenlos (iTunes-Link) und enthält folgendes

  • 20 000 Fotos von 890 Welterbestätten
  • Kartenansichten
  • Wikipedia Infos
  • Touristen Infos

Die wirklich unglaublich guten Fotos kommen aus der offenen Community Fotopedia, die sich zum Ziel gesetzt hat, eben genau diese Welterbestätten zu fotografieren. Teilnahme erwünscht.

Hier ein Screenshot mit den Infopunkten allein in Mitteleuropa

Im Video ein Interview von Robert Scoble mit Jean-Marie Hullot, einem Ex-Apple-Manager, der jetzt ein neues Unternehmen aufbaut und unter anderem diese App herausgebracht hat.

(via @textundblog)

Das ist mal ein guter Ansatz in Bezug auf Verknüpfung von Web- und iPadinhalten. Es geht ums Kochen. Mache ich, nebenbei bemerkt, auch gerne.

Im Web gibt es ja inzwischen Dutzende von Kochcommunitys. Im Kern bestehen die auf dem Aufbau und dem Austausch einer Rezeptdatenbank. Also Anleitungen zum Kochen, Rezepten. Zunächst waren das private Initiativen, also Leute, die gerne kochen und die ihre Rezepte im Web teilen wollten. Diese Plattformen sind sehr erfolgreich geworden, so erfolgreich, dass die Kochbuchprofis das nicht mehr vernachlässigen konnten.

Einer dieser Profis ist Gräfe & Unzer (G&U). Die machen klasse Kochbücher und eben auch die Kochcommunity Küchengötter.de. Die ist recht groß, schön gemacht und vor allem mit viel Qualität ausgestattet. Das ist wichtig: was will man mit Laienrezepten, die nicht funktionieren? Ein Ding bei Küchengötter.de ist: man kann sich aus den dort vorhandenen Rezepten ein Buch zusammenstellen. Individuell. Titel, Introtext etc. 20 Rezepte. Und drucken und zusenden lassen. Kostet 19,90 Euro. Ganz nette Geschenkidee

Jetzt haben die eine App für iPad (und iPhone) herausgebracht, die zum einen 50 Rezepte enthält, gute Sachen dabei. ABER das ist nicht der Punkt. Denn man kann sich die Kochbücher, die man sich auf Küchengötter zusammengeklickt hat, in die App reinziehen. Gratis.

So funktioniert es

  • App kaufen. Kostet aktuell 2,39 Euro (iTunes-Link
  • Web: Account auf Küchengötter einrichten.
  • Web: Kochbuch zusammenklicken (aus 30.000 Rezepten!!)
  • In der App den Benutzernamen aufrufen.
  • Kochbuch wird geladen.

Der Clou ist auch: Es gibt bereits viele andere Kochbücher dort auf der Seite. Die kann man seinem Profil hinzufügen und dann auch in nullkommanix aufs iPad saugen.

Ich finds klasse.

Die App sieht auch recht ansprechend aus und hat auch eine Einkaufszettelfunktion. Das heißt, wenn man ein Rezept ausgewählt hat auf dem iPad, kann man sich daraus einen Einkaufzettel mit den Zutaten erstellen lassen. Wer das iPad nicht mitschleppen will, sendet den per Mail irgendwohin.

Screenshot Start: Man sieht drei Kochbücher. Das links ist drin. Das in der Mitte habe ich selbst gebaut. Das rechts war in der Community und habe ich reingezogen.

Screenshot Rezept: Ein Bratapfel