iPad mini – Frontalangriff auf Nexus 7 und Kindle Fire

von Michael am 23. Oktober 2012 · 9 Kommentare

In der heutigen Apple-Keynote aus dem California Theatre in San Jose entließ Apple tatsächlich auch das iPad mini in die freie Wildbahn. Das Tablet mit einer Bildschirmdiagonale von 7,9 Zoll wurde deutlich als Konkurrenzprodukt zu den derzeit beliebtesten Siebenzöllern der Android-Konkurrenz positioniert. So liess es sich Phil Schiller nicht nehmen, in einer – an Unnötigkeit kaum zu überbietenden und nicht enden wollenden – Tirade, das iPad mini mit dem Nexus 7 zu vergleichen.

Apple iPad miniDer Clou am neuen Formfaktor in der “Nähe” von sieben Zoll – eigentlich müsste man es nach Rundungsregeln, die ich mal gelernt habe, als 8-Zoll-Tablet bezeichnen – liegt natürlich in der Konsistenz der Auflösung des Displays im Vergleich zum originalen iPad und iPad 2. Das iPad mini hat nämlich die selbe Auflösung von 1024 x 768 wie diese beiden Altmodelle in einem geschrumpften Gesamtpaket. Klarer Vorteil: nicht auch nur eine der erhältlichen Apps im App Store, die schon auf diesen Geräten liefen, muss angepasst werden. Natürlich wird alles um den selben Faktor kleiner, um den das Display geschrumpft wurde – von 9,7 auf 7,9 Zoll. Das sind etwas über 18% – vermutlich die Grenze dessen, was man gerade der älteren Käuferschicht, bei der das iPad ja so beliebt ist, zumuten kann.

Apple iPad mini

Im Inneren werkelt der inzwischen etwas angestaubte A5-Prozessor und nicht der A5X (iPad 3. Gen), A6 (iPhone 5) oder gar A6X des großen neuen iPad der vierten Generation. Entweder haben die von den Dingern seinerzeit so viel auf Lager produziert, dass die erstmal verbaut werden müssen oder sie sind der Ansicht, dass der ausreicht um mehr Licht durch die dichtere Pixelpackung zu pressen. Wie gut das beim iPad der dritten Generation geklappt hat, sehen wir ja an dem Update, dass uns als vierte Generation verkauft wird.

Apple iPad mini mit SmartCover

Äußerlich sieht das iPad mini aus wie die neuen iPod touches, allerdings ohne Henkel zum Wegwerfen und ohne gefärbtes Aluminium. Schwarz und Weiß bleiben hier die Optionen. Farben kann man dem iPad mini über die verfügbaren Smart Cover verleihen, deren Magenten jetzt auch im Stoff verschwinden, der sich – ähnlich einem Buchrücken – um die linke Seite wickelt. Ein Smart Case wurde nicht angekündigt.Apple iPad mini angewinkelt

Viel mehr gibt es zu dem neuen Gerät auch eigentlich nicht zu sagen, es ist ein iPad 2 in kleiner und leichter. Bleibt nur noch die Preisgestaltung und die ist durchaus mutig. In drei Tagen (26. Oktober 2012) darf man im Apple Online Store vorbestellen oder sich am 2. November in die Schlange vor einen der echten Apple Stores stellen, um zunächst das WiFi-Modell zu bekommen – das mit UMTS und Telekom-LTE soll irgendwann später im November erscheinen. Für 329 € kann man sich die 16 GB Variante ohne Mobilfunk shoppen und man legt pro Speicherverdopplung 100 € drauf. Das Gerät mit Mobilfunk und 16 GB startet bei 459 € und steigert sich entsprechend dem verfügbaren Speicherplatz auch um je 100 € – zur Übersicht.

Damit bleibt Apple über den Preisen der Konkurrenz und ich frage mich, ob den Käufern der Android-Siebenzöller, das das Aluminium wert wäre. Vermutlich wird Apple keine Schmerzen damit haben, das neue Familienmitglied jemensch zu verkaufen, aber gerade um die 200-300 € herum geht sehr viel über den Preis an sich. Da machen 30 € schon einen gefühlten Unterschied, was bei höherpreisigen Geräten eher nicht so ins Gewicht fällt.

EDIT: Um es klarzustellen: das Display im iPad mini ist zwar bei gleicher Auflösung geschrumpft (=mehr Pixel pro Flächeneinheit), trotzdem aber weit davon entfernt als “Retina” durchzugehen. Es hat 163 ppi, das iPad 2 hat 132 ppi. Setzt man das große iPad mit Retina Display als Maßstab, so müsste das iPad mini eine Displaydiagonale von 4,85 Zoll haben (eben die Hälfte des iPad 3 /4) um bei 1024 x 768 Bildpunkten eine Bildpunktdichte von 264 ppi zu haben und alles wäre so unlesbar klein, dass Apps nicht einfach so weiterbenutzt werden könnten. Ganz abgesehen davon, dass dieser Formfaktor für Apple keinen Sinn macht.

Quelle: Apple