Gerichtsakten fördern Bilder eines frühen iPad-Prototypen zu Tage

von Michael am 19. Juli 2012 · 8 Kommentare

Der Rechtsstreit zwischen Samsung und Apple treibt ja durchaus seltsame Blüten und fördert mitunter auch kleine Informationshäppchen, die zur Entstehungsgeschichte des iPads bei Apple gehören, zu Tage. So fand Yoni Heisler von NetworkWorld – aufgrund von Statements von Apples Designchef Johnny Ive in einer Anhörung – in älteren Unterlagen, tatsächliche schwarz-weiß-Bilder eines der frühesten iPad-Modelle.

iPad "035" MockupDas als “035” markierte Gerät wird darin als “Mockup” bezeichnet, dass ein nicht funktionsfähiges Gerät – eine Designstudie – beschreibt. Ive ordnet das Mockup in der Befragung in einen zeitlichen Rahmen von 2002 bis 2004 ein, lange bevor das erste iPad – lange bevor das iPhone in 2007 – das Licht der Welt erblickte. Was sich mit Steve Jobs’ Aussagen anlässich der D8-Konferenz deckt, wo er seinerzeit zugab, dass man bei Apple zuerst damit begann, an einem Tablet zu arbeiten.

iPad "035" Mockup (Rückseite)Kurz nach diesem Artikel gelangte BuzzFeed in den Besitz von Farbfotos des Prototypen im direkten Vergleich mit einem iPad 2. Diese wollen wir euch natürlich nicht vorenthalten.

iPad "035" im Vergleich mit einem iPad 2

iPad "035" Mockup - GrößenvergleichWie man sehen kann, war das Gerät eher ein halbiertes weißes MacBook und fast einen Zoll dick. Weit von dem schlanken Design entfernt, dass wir heute kaufen können. Auch fehlt jeglicher Knopf.

iPad "035" Mockup Close-Up

Dieses Bild – eine Nahaufnahme einer der runden Ecken des Prototypen – ist durchaus interessant. Denn es zeigt einen um das Display herumlaufenden Kühlschlitz, ganz ähnlich dem Konzept, das Microsoft in seinen Windows-8-Tablets “Surface” mit Intel-Prozessor fahren wird und “Perimeter Vending” nennt. Funktionierende Prototypen liefen angeblich mit einem Pentium M, der aktive Kühlung benötigte.

iPad "035" Mockup im VergleichDas war es. Ein riesiger Klopper, wahrscheinlich unhaltbar schwer, aber von vorn schon nah dran am Endkundendesign.

Quellen: NetworkWorld & BuzzFeed