iPads im Kindergarten haben positiven Einfluss auf den Lernerfolg

von Marcel am 10. April 2012 · 1 Kommentar

Wie das School Department in Auburn (Maine) jetzt veröffentlichte, verbessert der Einsatz von iPads zu Lehrzwecken im Kindergarten den Lernerfolg. Im Zuge des Advantage 2014 Programmes wurden die Hälfte der Kindergartengruppen in Auburn mit iPads ausgestattet. Die Verantwortlichen erhofften sich dadurch positive Auswirkungen auf die Lese- und Schreibfähigkeiten der Kinder. Zu Recht, wie sie jetzt in dem Ergebnis ihrer Studie bekannt gaben.

iPad im Kindergarteneinsatz

Im Herbst 2011 stellte der Bezirk für die Hälfte seiner 16 Kindergartengruppen, insgesamt 129 Kinder, iPads bereit. Während die anderen 137 Kinder weiterhin ausschließlich mit traditionellen Lehrmitteln unterrichtet wurden, nutzten die Lehrer der iPad-Gruppen auch Apps zum Vermitteln des Lernstoffes. Die Auswahl der Kindergartengruppen denen iPads zugeteilt wurde, erfolgte dabei rein zufällig, was eine bessere Auswertung der Studie gewährleisten sollte. Die Lehrer beider Testgruppen führten eine Reihe von standardisierten Lese- und Schreibtests durch, und zwar einmal Anfang September, kurz bevor die Kinder die iPads erhielten, sowie neun Wochen später Ende November.
Wie die Auswertung zeigt, fielen die Ergebnisse recht positiv aus.

Die Ergebnisse im Einzelnen

So schnitten die Kinder in den Gruppen, die iPads als Lehr- und Lernmittel erhielten, gegenüber ihren Kollegen mit traditionellen Mitteln in den verschiedenen Testfeldern durchweg etwas besser ab. Dabei mussten die Kinder in den iPad-Gruppen die Geräte nicht bei jeder Gelegenheit nutzen. Wenn Stift und Papier besser zur Wissensvermittlung geeignet waren, kamen auch die zum Einsatz.

Der leichte Vorsprung mag Zufall sein oder vielleicht kaum von Bedeutung, aber das Ausmaß des Unterschieds im letzten Testfeld (HRSIW) ist laut Mike Muir, dem Leiter der Schulen in Auburn, so unerwartet wie erheblich. Bei dem Test geht es um das Erkennen von Tönen und das Schreiben von Buchstaben. Die Kinder sollten hierbei Töne in Buchstaben umsetzen, daraus Wörter bilden und diese niederschreiben.

Die Lehrer erklären sich den positiven Einfluss der Geräte auf die Kinder vor allem so, dass jedes Kind zwar denselben Stoff zu lernen habe, die Kinder jetzt aber auf genau ihrem Wissensstand ansetzen könnten und die Geschwindigkeit, mit der sie sich Wissen aneignen, selbst bestimmten. Auf diese Weise werde kein Kind mehr überfordert. Außerdem bekämen sie durch die interaktiven Apps sofortiges Feedback bei dem was sie tun, sodass sie ständig motiviert blieben, Neues zu lernen.

Von solchen Studien kann man sicher halten was man will, ich bin bei so etwas immer ein wenig skeptisch, vor allem weil die Unterschiede zwischen den Gruppen doch ein bisschen gering ausfallen, was aber auch an der vergleichsweise kurzen neunwöchigen Testperiode liegen dürfte.
Allerdings finde ich den Ansatz der Studie recht interessant, und wenn der Einsatz solcher Geräte den Lernerfolg positiv beeinflussen kann, sollte man ihn weiter verfolgen.
Für die kommenden Jahre sind jedenfalls bereits Studien über längere Zeiträume angesetzt, wobei dann auch deren Ergebnisse mit den jetzigen verglichen werden sollen. Ob die Verantwortlichen damit das Fernziel des Advantage 2014 Programs, die Verbesserung des Abschneidens der Kinder bei den Tests am Ende der dritten Klasse, erreichen, bleibt abzuwarten.

Für alle, die sich das Ganze noch mal im Original anschauen möchten habe ich die Präsentation des Auburn School Committees und die Zusammenfassung der Studie hier verlinkt.

Quelle: Auburn School Department | Via: ipadinsight