iPad im Klassenzimmer: kein Mogeln bei digitalen Klassenarbeiten

von Frank Feil am 23. Februar 2012 · 4 Kommentare

Das iPad im Klassenzimmer ist für viele Schulen immer noch eine finanzielle und logistische Herausforderung. Dennoch wächst die Bedeutung des iPads für den Bildungssektor stetig. Aber wie schreibt man eigentlich Klassenarbeiten auf einem iPad?

In meiner Schulzeit war es zum Teil verboten, einen Taschenrechner in Klassenarbeiten zu benutzen. Beim Abitur kam dann ein Rechner von Texas Instruments zum Einsatz, bei dem es das höchste der Gefühle war, Tetris oder eine Formelsammlung zu installieren. Vor jeder Klausur wurde der TI allerdings zurückgesetzt um Täuschungsversuchen vorzubeugen.

Die Zeiten haben sich geändert. Erste Schulen haben bereits ganze iPad-Klassen, die nur noch mit dem Wundertablet von Apple arbeiten – selbst Klausuren werden auf dem iPad geschrieben. Jeder, der ein iPad besitzt, weiß, was man damit alles anstellen kann und deshalb drängt sich auch die berechtige Frage auf, wie man bei digitalen Klausuren eventuellen Betrugsversuchen vorbeugen kann.

Zu diesem Thema hat sich nun Fraser Speirs von der Cedars School of Excellence geäußert. An seiner Schule werden Klausuren auf dem iPad geschrieben und anschließend zur Benotung via AirPrint ausgedruckt. Bevor die Klausur losgeht wird wie beim TI zu meiner Zeit, zuerst alles zurückgesetzt. Danach werden über eine Administrationssoftware auf allen iPads Funktionen wie Safari, YouTube, die Möglichkeit Apps zu installieren und iCloud deaktiviert. Mail bleibt aktiviert, allerdings lassen sich keine neuen Mail-Accounts hinzufügen. Als einzige Schwachstelle bleibt iMessage. Diese wird dadurch behoben, dass die Schule die MAC-Adressen der Examen-iPads auf eine Blacklist setzt. Eine Internetverbindung wird somit unmöglich und iMessage unbrauchbar. Ausgedruckt werden die Klausuren schließlich über einen Drucker, der an einen Mac Mini angeschlossen ist. Dieser erzeugt ein Ad-Hoc-Netzwerk ohne Internetverbindung.

Natürlich kann dadurch nicht komplett ausgeschlossen werden, dass findige Schüler versuchen, das iPad während der Klausur zu hacken. Der Zeitaufwand dürfte dann am Ende aber doch zu groß sein.

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