iPads und iBooks lohnen sich für Schulen als Lehrbuchersatz finanziell nicht

von Frank Feil am 15. Februar 2012 · 2 Kommentare

Apple möchte mit dem iPad, iBooks und iTunes U das Bildungssystem revolutionieren. Die Vorteile liegen auf der Hand. In einigen Schulen gehört das iPad längst zur Standardausstattung. Aus finanzieller Sicht lohnt sich die Anschaffung für Schulen dennoch nicht.

Das iPad von Apple hat Tablets weltweit salonfähig gemacht und ist bei vielen Menschen bereits heute ein fester Bestandteil des Alltags. Den Vorstellungen von Apple zufolge soll das iPad als Nächstes unsere Bildungssysteme revolutionieren: via iTunes U kommunizieren Lehrer mit ihrer Klasse, durch iBooks werden klassische Lehrbücher ersetzt. Das hört sich sehr gut an und einige Pilotprojekte belegen, dass der Unterricht mit dem iPad funktioniert und durchaus Vorteile gegenüber herkömmlichen Unterrichtsmethoden bietet. Das ändert aber nichts am Hauptproblem der ganzen Sache: den Kosten.

Die nachfolgende Infografik basiert zwar auf Daten aus den USA, viel anders dürfte es aber auch in anderen Ländern nicht aussehen. Ein Satz Schulbücher für eine Klasse kostet eine Schule pro Jahr durchschnittlich 180.000 Dollar. Ein Umstieg auf das iPad und iBooks (hier kosten die Lehrbücher 15 Dollar anstatt 75 Dollar) würde alles in allem aber 430.000 Dollar pro Jahr kosten. Meiner Ansicht nach ist diese Rechnung eher optimistisch, da sie voraussetzt, dass ein iPad im schulischen Umfeld ganze fünf Jahre überlebt. Nicht anders sieht es aus, wenn man innerhalb der Schule komplett auf PCs verzichten würde. Selbst dann würde das Geld bei weitem nicht ausreichen, um jeden Schüler mit einem iPad zu versorgen.

Die Rechenbeispiele wurden zum Zwecke der Anschaulichkeit stark vereinfacht und können deshalb nicht als valide angesehen werden. Dennoch wird deutlich, dass Apples Bildungsrevolution vor allem das Geld im Weg steht. Staatliche Schulen werden wohl auch in den kommenden Jahren ohne iPad und iBooks auskommen müssen – so wie bislang auch.

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