Aus dem Monats-Archiv:

Januar 2011

Musik sind auch nur Daten. Eine ernüchternde Feststellung, ist doch Musik im Gegensatz zum 1-0-1-0-0-1-Universum eine höchst emotionale Sache. Hilft ja nix, ist so.

Gleichwohl ergeben sich daraus Möglichkeiten. Wir haben das zum Beispiel kennengelernt bei Shazam, der App, um Musik zu erkennen. Diese App beruht im Grunde darauf, Musik so auszurechnen, dass die Ergebnisse vergleichbar werden. Das Resultat verblüfft mich jedes Mal aufs Neue.

Eine weitere Möglichkeit stellt nun eine neue App zur Verfügung, die ich zum unbedingten Kauf all denen empfehle, die wissen, was sie für Musik wollen, aber die neues kennenlernen wollen. Musik, die ähnlich ist, wie das, was man bereits kennt.

Name: Discovr
Preis: 2,39 Euro | iTunes-Link

Die App ist letztendlich ein riesiges Mash-Up aus allen möglichen Quellen im Web. Zu Beginn tippt man zunächst den Namen einer Band ein, die als Referenz dient. Ich habe es mal ausprobiert mit der spanischen band Chambao, die ich sehr schätze. Von denen habe ich bereits alle Veröffentlichungen, würden aber so ähnlichen Sound gerne mehr hören.

Im nächsten Schritt werden auf dem iPad dann die Bands angezeigt, die Ähnlichkeiten mit Chambao aufweisen. Meines Wissens ist das Ergebnis ziemlich gut. Die relevanten Bands werden angezeigt.

Wenn man auf die Kreise tippt hat man zwei Möglichkeiten. Wenn man einmal tippt, wird um die gewählte Band wiederum um neue semantische Lösungen bereichert. Sehr clever finde ich das.

Wenn man zweimal tippt, dann erhält man Informationen zu der ausgewählten Gruppe: Wikipedia, YouTube, Blogs, Band-Website usw. Funktioniert sehr schön. Kleines Detail am Rande: wenn man ein Video zum Abspielen gebracht hat, läuft das weiter, wenn man sich in der App bewegt.

Ich habe es auch getestet mit der deutschen Band Erdmöbel und die Ergebnisse waren ähnlich gut. Mir gefällt diese App. Könnte Furore machen.

Kauftipp für Musikfans.

Die GQ-App auf dem iPad: verhältnismäßig gut

von Kacper Potega am 13. Januar 2011 · 0 Kommentare

GQ-IconWenn eine App damit wirbt “die Gentleman-App” zu sein, muss ich als Moderner Gentleman doch selbstverständlich den Downloadbutton betätigen und auf Herz und Nieren testen, was die App so hergibt. So ist es geschehen im Falle der App der deutschen Ausgaben des Gentleman Quarterly (GQ) (iTunes-Link).

Bei Magazinen auf dem iPad bin ich bekanntermaßen doppelt kritisch, aus philosophischer wie aus gestalterischer Sicht. Die GQ-App schneidet allerdings, das nehme ich vorweg, verhältnismäßig gut ab.

Die App ist schnell runtergeladen, der Content wird kurz vorgeladen und ist dann komplett verfügbar.

1. Feststellung: komplett leserlich gestaltet. Besser als die meisten anderen Apps hat es Condé Nast hier also schon gemacht. Störend ist lediglich, dass an einigen Stellen der Text nicht komplett gerendert wird, es fehlen ab und an auch Bilder. Das scheinen noch die Bugs zu sein, die es zu beheben gilt.

Gestalterisch könnte man sich etwas mehr Spannung wünschen, das jetzige Design geht sehr stark auf Sicherheit, sieht aber eben auf jeder Seite gleich aus. So lässt sich natürlich schnell Content erstellen und aktualisieren, macht die App aber nicht unbedingt attraktiver.

Einziger Streitpunkt bleiben also die Inhalte. Die mag man oder nicht. Wer sie mag, kann aber getrost downloaden. Schöner und übersichtlicher als die GQ-Website ist die App allemal.

Das Autorennspiel Rally Master Pro gibt es auf iPhone schon länger. Jetzt haben die Entwickler von Fishlabs ein Update freigeschaltet. Das rasante Spiel liegt nun als iPad-Version vor.

Name: Rally Master Pro 3D
Preis bis 17. Januar 3,99 Euro | danach 5,49 Euro | iTunes-Link

Das Spiel bietet alles, was von Autorennspielen erwarten kann

  • Steuerung mit iPad als Lenkrad
  • 27 unterschiedliche Strecken unter verschiedenen Bedingungen
  • Drei Spiel Modi: Career, Time Trail, Adrenaline

Das Spiel funktioniert soweit perfekt. Als Anfänger muss man zunächst etwas die Steuerung mit dem Kippen de iPad üben, aber dann kann man die Strecken schön abfahren, in den Kurven schleudern, diverse Wetterbedingungen kalkulieren usw. Wie der Name schon sagt, absolviert man eine Rally mit diversen Strecken, mit Reparatureinheiten usw.

Darüberhinaus bietet das Game ein paar Feature, die die Sache noch abwechslungsreicher gestalten. Dazu zählen

  • Optionales 3D-Schadensmodell mit Reparatur Minigames
  • Wettersimulation
  • Touch- und Tiltsteuerung mit individuellen Einstellungen

Bei der Schadensreparatur kann man sein mit der Zeit etwas lädiertes Renngerät reparieren und Punkte gut machen. Dabei sind eine Reifenmontage, ein Luftdruck-Check und ein Kabeldefekt. In diesen Games hilft man den Monteuren bei ihrem Job.

Hier in dem Video bekommt man einen ganz guten Eindruck über die Szenarien.

Sich wie Gott fühlen, das ist eine schöne Sache. Also muss eine App, die einem das Gefühl gibt, Gott zu sein, schön sein. Quod erat demonstrandum.

Nachdem ihr von dieser stichhaltigen Beweisführung gefügig gemacht wurdet, ladet ihr euch jetzt sicherlich alle ebenfalls Solar Walk für das iPad (2,39 Euro | iTunes-Link) herunter.

Mit Solar Walk kann man als iPad-Nutzer, der durch das Sonnensystem fliegt, eben jenes Wechselspiel der Planeten erkunden. Viele Informationen stehen obendrein zum Abruf bereit. Aber damit nicht genug: Planeten können verschoben, beschleunigt und die Auswirkungen dieser Taten beobachtet werden. Wie wäre das denn so, wenn die Erde tatsächlich das Zentrum des Universums wäre? Wir hätten kein schönes Leben, das kann ich verraten.

Die App läuft auf dem iPad schön flüssig, auf dem iPhone und Mac haben wir es nicht ausprobiert, dürfte aber laut Bewertungen ebenfalls problemfrei funktionieren. Ich wünsche viel Spaß!

Die Präsentationslösung Prezi gibt es jetzt als iPad-App.

Name: Prezi
Preis: gratis | iTunes-Link

Menschen, die viele Präsentationen mit den entsprechenden Folien schrubben müssen, die sind das irgendwann mal leid. Daher greift so mancher kreative Kopf auf die Online-Anwendung Prezi zurück. Damit lässt sich schwungvolles und interaktives Vortragsmaterial ziemlich einfach erstellen. Hat einen gewissen Charme. Doch Prezi hat einen Nachteil: so schön, wie es ist, es läuft auf Flash. Nix für iPad also.

Mit der neuen iPad-App löst Prezi jetzt zunächst mal ein Problem: man kann damit auf die im Web abgelegten, eigenen Prezi-Präsentationen zugreifen und auf dem iPad anzeigen. Diese Möglichkeit schmackhaft zu machen, ist der Inhalt des folgenden Werbevideos.

Was die App aber offenbar nicht kann: sie läuft nicht am Beamer. Das ist, gelinde sagt, eine Frechheit. Nun gut, die iPad-App ist gratis. Kann man nur auf ein Update hoffen. Was umso nötiger erscheint, als Nutzer im Appstore von einer gewissen Instabilität der App berichten.

Heute meldet sich per Mail Kai-Uwe Barthel. Der ist Professor für Medieninformatik an der Hochschule für Technik und Wirtschaft (HTW) in Berlin-Karlshorst und forscht im Bereich Visual Computing. Hier übrigens ein Foto von Barthel, denn der ist auch Geschäftsführer des Unternehmens Pixolution.

Pixolution machen interessante Dinge mit Fotos. Es geht um die Bildsuche und die alte Frage: wie können Maschinen Bilder lesen? Und zwar so, dass die Ergebnisse einer Bildersuche relevante Informationen beinhalten, ohne die Bilder beschreibenden Text? Antworten liefert Pixolution mit einer visuellen Bildsuche, bei der Fotosammlungen nach Ähnlichkeiten im Bildinhalt sortiert wird. Außerdem mit einer semantischen Bildsuche. Die ist komplexer: Das System schlägt dem Nutzer Bilder vor, die durch das Verhalten anderer Nutzer als ähnlich identifiziert wurden. Die Softwareprodukte von Pixolution werden inzwischen von einigen renommierten Bildagenturen eingesetzt, um deren enorme Datenbestände durchsuchbar zu machen.

Kurzum: diese Leute kennen sich richtig aus in ihrem Metier. Und lassen iPad-Nutzer jetzt etwas von ihrem Know-how profitieren mit einer zunächst ganz kleinen, dennoch sehr cleveren App.

Name: visolu Photo Finder
Preis: 0,79 Euro | iTunes-Link

Von der App sollte man jetzt nicht zu viel erwarten. Im Grunde handelt es sich um eine Anwendung zur Ansicht der auf dem iPad gespeicherten Fotos. Man kann das Fotoalbum auswählen, auf das drei verschiedene Ansichten angewendet werden können: List View, Grid View und Color View. Angezeigt werden die Fotos des ausgewählten Albums dann in an gepasster Thumbnail-Größe nach chronologischen Kriterien. Dafür aber auch große Mengen auf einem Bildschirm.

Mit einem Tipp auf die Verkleinerung kommt man auf die Einzelansicht des Fotos.

Am spektakulärsten der Color View, der die Fotos nach Ähnlichkeiten bei den Farbanteilen sortiert. Da ergeben sich aufschlussreiche Zusammenstellungen, wenn Innen- und Außenfotos derart zusammensortiert werden.

Fazit: funktioniert perfekt, ist sehr schnell, hat eine smarte Handhabung und fördert ganz nette Ergebnisse zutage. Für Nutzer, die sehr viele Fotos haben und schnell auf diese zugreifen wollen, eine empfehlenswerte Lösung. Eine Suche in dem Sinne enthält die App allerdings nicht. Kann ja noch kommen, mit einem größeren Update…

Jourist-Vokabeltrainer-IconWenn man am Wochenende von einem Freund aus dem Ausland besucht wird und versucht, beim Smalltalk mitzuhalten, merkt man schnell, dass Fremdsprachenkenntnisse  schneller einschlafen, als sie gelernt wurden. Wenn man nicht regelmäßig spricht. Da ist es gut, ab und an mal zu trainieren.

Das funktioniert ganz gut mit diversen Vokabeltrainern, wir haben uns den Jourist Vokabeltrainer Westeuropa (iTunes-Link) vorgenommen.

Der Vokabeltrainer ist vom Design nicht unbedingt ansprechend, er sieht, würde ich sagen, sogar eher ungestylt aus. Aber: Der große Umfang an Vokabeln und Sprachen zeichnet ihn aus.

In der Version für Westeuropa sind Englisch, Spanisch, Französisch, Italienisch, Portugiesisch und Niederländisch enthalten, es gibt außerdem noch Versionen für Asien (mit Arabisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch, Thai, Türkisch und Vietnamesisch), Süd- und Osteuropa (mit Griechisch, Russisch, Polnisch, Tschechisch und Koratisch), Nordeuropa (mit Dänisch, Finnisch, Schwedisch und Norwegisch) sowie Amerika (mit American Englisch, American Spanish und brasilianischem Portugiesisch). Man kann also nahezu jede Sprache der Welt lernen.

Jourist Vokabeltrainer

Gelernt wird klassisch, wie in der Schule, mit Hilfe von Karteikarten, die später auf unterschiedliche Weise abgefragt werden können. In jeder Lernsprache stehen 10.000 Wörter bereit, die im allgemeinen Sprachgebrauch besonders häufig vorkommen. Sie alle sind nicht nur auf dem Bildschirm zu sehen, sondern werden von Muttersprachlern auch laut aufgesagt. Mit 7,99 € ist jeder der Vokabeltrainer günstiger als jede Nachhilfestunde und eignet sich prima zum Zeitvertreib kurz vor dem Schlafengehen.

Musik auf dem iPad: schönes Video erschienen

von Dirk Baranek am 8. Januar 2011 · 3 Kommentare

Die beiden israelischen Musiker Ray Livnat und Eyal Amir haben einen recht flotten Song komponiert und als Video veröffentlicht, der im Wesentlichen auf dem iPad entstanden ist.

Diese iPad-Apps wurden benutzt (iTunes-Links)

iPad als komplexer Scheinwerfer

von Dirk Baranek am 8. Januar 2011 · 3 Kommentare

Man kann mit dem iPad spielen, im Internet rumklicken, rechnen, texten, navigieren und allerhand mehr. Man kann das iPad allerdings auch als Lichtquelle nutzen. Für ganz bestimmte photographische Aufgaben, wie zum Beispiel Porträtfotos oder Nahaufnahmen von kleineren Objekten, haben die Entwickler von Light Paint Pro jetzt eine ganz besondere App entwickelt.

Name: Photo Soft Box Pro HD. Preis: 1,59 Euro | iTunes-Link

Mit dieser App lässt sich aus dem iPad ein komplexer Scheinwerfer machen. Komplex deshalb, weil nicht nur einfach die ganze Fläche als Weißlichtgeber aktiviert wird. Vielmehr gibt es elf verschiedene Filter, die aus geometrischen Muster auf der iPad-Oberfläche bestehen. Dadurch lassen sich ganz unterschiedliche Lichtstimmungen erzeugen, diffuses Licht oder dramatisches. Außerdem gibt es Regler für die drei Farben, aus denen sich Weuißlich zusammensetzt. Mit diesen Schiebereglern lässte sich jede beliebige Farbtemperatur einstellen.

In dem folgenden Video werden ein paar Anwendungsbeispiele vorgeführt.

iPad in ein Trackpad für den Mac verwandeln

von Dirk Baranek am 1. Januar 2011 · 1 Kommentar

Es gibt jetzt eine interessante neue App, die aus dem iPad ein multifunktionales Zubehörgerät für den Mac macht.

Name der App: Remote Conductor.

Preis: 7,99 Euro | iTunes-Link

Die App hat drei verschiedene Modi und verwandelt das iPad wahlweise in

… ein Trackpad

In diesem Modus kann der Bildschirm des Mac mittels Fingerbewegungen auf dem iPad gesteuert werden.

Cursor bewegen, klicken, scrollen, markieren, rechte Maustaste und so weiter – all diese Aktionen werden auf der Touchoberfläche des iPad abgewickelt.

… einen Programm-Manager

In diesem Modus werden die gesamten Programme, die sich auf dem verbundenen Mac befinden, auf dem iPad angezeigt.

Diese Programme können mittels einer Touch-Bewegung auf dem iPad gestartet werden. Die selbst laufen dann natürlich nur auf dem verbundenen Mac, klar.

… einen Fenster-Manager

In diesem Modus sieht man auf dem iPad alle auf dem Mac geöffneten Fenster in schöner Ordnung als Miniaturen. Man kann diese duchscrollen, wenn es viele sind, und auf dem Rechner in den Vordergrund bringen, um sie dort zu bearbeiten.

Damit das iPad diese Funktionen übernehmen kann, muss auf dem Rechner zunächst ein Programm installiert und gestartet werden. Das gibt es gratis auf der Entwickler-Website.

Mir scheint das ganz nützlich zu sein, vor allem wenn der Mac sehr voll ist mit Programmen und Fenstern und man viel hin und her wechseln muss. Ob sich die Trackpad-Funktion durchsetzt, kann ich schlecht einschätzen. Dazu bedarf es sicher eines entsprechend schrägflachen Ständers. Trotzdem eine ziemlich gute App, die mal wieder das ganze Potenzial zeigt, das dem iPad innewohnt.

In dem folgenden Video zeigen die Entwickler, wie es genau funktioniert.