MONOPOL auf iPad: der nächste Reinfall

von Dirk Baranek am 13. Dezember 2010 · 1 Kommentar

Kunst also, zeitgenössische Malerei, Objekte, Performance, Konzept und was man da noch so alles finden kann in diesen Zeiten. Unter uns: ich mag das Zeug. Es gibt da immer wieder Sachen mit viel Humor, mit Geist, mit Sachen, die über den eigenen Horizont hinausgehen. Inspirierend ab und zu.

Über aktuelle Entwicklungen informieren Kunstmagazine, eines der vielleicht profiliertesten aus Deutschland heißt MONOPOL. Der Anspruch ist aber international. Ein sichtbares Zeichen dafür ist unter anderem die durchgängige Verwendung der englischen Sprache. Nun gut, das ist kein prinzipielles Hindernis. Ist jedenfalls aufwändig gemacht, durchgängig vierfarbig. Die Themenauswahl ist nach meinem Ermessen nicht gerade experimentell, sondern eher auf das fokussiert, was schon den Durchbruch geschafft hat. Egal, kann man sich mal anschauen.

MONOPOL muss natürlich auf das iPad. Jetzt liegt die erste Ausgabe vor. Gibt es sogar kostenlos im Appstore: iTunes-Link.

Okay, man lädt also die App und bekommt ene Art Regal. Dort steht die Dezemberausgabe zum Download bereit. 206 MB schwer. Was bekommt man? Die Print-Ausgabe angereichert durch ein (!) Video, eine interaktive Grafik und ein paar Diashows (mit Bildern, die sowieso drin sind). Wie jetzt, das ist alles? Genau.

Also: wer moderne Kunst mag und ein bisschen was erfahren will über Jonathan Meese zum Beispiel und was so auf der Art Basel in Miami los sein wird, der ist hier gut aufgehoben. Ansonsten zeigt sich eklatant, wie schwachsinnig es ist, ein Magazin derart auf iPad zu bringen. Zum Beispiel kann man es im Querformat nicht lesen, weil die Schrift zu klein ist. Man kann es aber auch nicht mit Gesten vergrößern! Bedeutet: man muss es hochkant lesen. Das hat wiederum zur Folge, dass einige Kunstwerke abgeschnitten werden, weil sie über die “Doppelseite” laufen. Arrgs.

Seufz. Wieder ein Reinfall. Was jetzt nichts über den Inhalt sagen soll. Das ist schon okay. Ich mag das.