PROJECT von Virgin Digital Publishing Limited

von Huck Haas am 6. Dezember 2010 · 3 Kommentare

Es dauert ja schonmal 20 Minuten bis man das PROJECT-Magazin für 2,39 Euro überhaupt runtergeladen hat. Muss das immer so sein? Ich glaube da geht einiges mehr, bzw. weniger. Also kürzer. Die Ladezeit meine ich.

ABER DANN…

Das “Cover” der akutellen Ausgabe ziert mit Jeff Bridges die zweitcoolste Socke des Erdballs und dann kommt man ziemlich schnell darauf, dass tatsächlich Titelseiten von iPad-Magazinen nicht zwingend statisch sein müssen. Ganz im Gegenteil, ich möchte nie mehr eine statische Titelseite bei einem solchen Magazin sehen. Das ist ja sowas von 1450-2009. Ich lese: “Jeff Bridges reboots Tron”. Das ist eine Ankündigung, die nur noch von “Jeff Bridges reboots Duke Nukem” übertroffen werden könnte.

Als nächstes kommt Reklame für ein Kraftfahrzeug, dessen Marke ich nach elf Sekunden wieder vergessen habe. Was ich nicht vergessen habe: wie hakelig diese Werbung zu überspringen ist. Und dann sieht man den Herausgeber Richard Branson und wie er sich über das Magazin und das iPad in seiner Kombination freut. So ungefähr wie hier in diesem Video:

Und dann kommt also ein Magazin das, wie ComputerBILD behauptet, das erste seiner Art sei und um dessen Erstveröffentlichung es ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit Rubert Murdoch gegeben haben soll. Oh-Kay?!?

Aber nun kommt aber ein ganz normales Magazin für das iPad. Auch wenn lauthals damit geworben wird, dass es DAS iPad-Magazin (ähem!) überhaupt sein soll. ComputerBILD sagt sogar, es handele sich dabei um ein Hochglanz-Magazin, was ja beim glossy Display vom iPad irgendwie unumgänglich ist. Jedenfalls ist das Layout ein bisschen nett gemacht und wenn die Werber vom Project-Magazin nicht so angeben und dadurch wer weiß was für eine Erwartung hochkochen würden, dann wäre man auch nicht so irritiert, dass PROJECT eher wie ein ganz normales, nettes Magazin fürs iPad rüberkommt. Die Inhalte sind sowieso immer Geschmacks- und Interessenssache: Was mit Rachel Botsman, Nordkorea und äh… den Lieblings-Apps von Vladimir Putin. Er nutzt also Instapaper, Photogene, eBay, Numbers und Angry Birds. Oder habe ich das falsch verstanden? Ich möchte mal sehen, wie Vladimir Putin die Angry Birds-Stage 11-14 absolviert, ohne bei Youtube zu spicken, um anschließend ein Foto vom romantisch verschneiten Kreml via Photogene zu bearbeiten.

Der Artikel mit dem eingangs erwähnten Jeff Bridges beginnt dann wieder mit einem animierten Jeff Bridges, der barfuß am Strand spazieren geht und dabei betrunken anmutet. Das ist natürlich lustig. Das Layout ist dabei gut gemacht, während man im Satz auf Blocksatz gesetzt hat, was die Leserlichkeit durch enervierend unterschiedliche Spationierungen bis zum Exzess erhöht (NOT).

Manchmal weiß ich mir, um einen Artikel oder eine Seite zu verlassen, auch nicht anders zu helfen, als das Inhaltsverzeichnis aufzurufen. Dann frage ich mich selbstkritisch, was habe ich falsch gemacht, was habe ich nicht verstanden? Einmal wollte ich was mit einem Pinsel aufs Display malen, dann kam Reklame für eine Kreditkarte. Den Zusammenhang habe nicht verstanden. So geht das in e-i-n-e-r Tour.

Es ist also ein ganz normales und dazu schönes Magazin fürs iPad. Man weiß nicht, wie es weitergeht und man weiß vor allem nie wirklich, ob man durch ist mit dem Magazin, aber es sieht gut aus. Das macht mich ganz duselig und dann warte ich auf die nächste ALLERNEUESTE Version eines wirklich richtig guten Magazines für das iPad.

Bis dahin lese ich PROJECT aber mal durch und ich hoffe ich merke, wenn es zu Ende ist.