Cicero, Magazin für Politische Kultur, auf dem iPad: schlimmer als gedacht

von Kacper Potega am 2. Dezember 2010 · 1 Kommentar

Wenn ich höre, dass irgendein größeres Magazin seine Portierung auf das iPad genießen darf, muss ich es natürlich sofort auf mein iPad laden. Daher habe ich die Cicero-App auf mein iPad geholt, die mir kostenlose Ausgaben bis Januar 2011, weil gesponsort von BMW, verspricht.

So tätigte ich den ersten InApp-Umsonst-Kauf der Ausgabe Dezember 2010. Um den Download zu starten muss man BMW und Cicero aber erstmal seine Seele in Form von persönlichen Daten schenken. Weil ich als jemand, der in der Design- und Werbeindustrier tätig ist, so etwas eh lange nicht mehr besitze, war das selbstverständlich kein Problem. Der Download begann und dauerte trotz ordentlicher Internetverbindung einige lange lange Minuten. Das kennt man ja schon so. Ich konnte mir auch ganz gut vorstellen, was mich erwartete.

Cicero auf dem iPad

Meine Vorstellung hat sich dann leider noch schlimmer bewahrheitet. Ich hatte, im Prinzip, ein PDF heruntergeladen. Ja, natürlich, es ist kostenlos, aber unsere interne Regel lautet: Alles, was wir rausgeben, und sei es kostenlos, unnötig, egal was, muss geil sein. Das sollte sich Cicero auch zu Herzen nehmen.

Aber wollen wir sachlicher werden. Die App ist auf zwei Ebenen schwach: Design und Technik.

Cicero auf dem iPad

Weil es ein PDF der Printausgabe mit einigen integrierten Videos ist, sind auch die Größenverhältnisse gleich geblieben. Im Porträtmodus geht das noch gerade so mit der Lesbarkeit ohne reinzoomen zu müssen. Die Doppelseitenansicht im Querformat kann aber einfach nicht ernst gemeint sein. Die Schriftgröße ist durchgehend zu klein, die genutzten Fonts für den Bildschirm nicht geeignet. Das lustigste: Sogar der Coupon zum Ausschneiden für das Miniabo ist dringeblieben, zum Anklicken.

Cicero auf dem iPad

Als ob das nicht genug wäre, gibt es technisch noch mehr zu bemängeln. Allem voran die Geschwindigkeit – beim ersten Durchblättern setzte bei jeder Seite erst einmal das Buffering ein. Bei YouPorn ist das zu verzeihen, aber doch nicht beim Magazin für Politische Kultur!

Insgesamt bleibt also nur anzuraten: Kauft euch, wenn ihr es denn inhaltlich interessant findet, das Magazin lieber auf totem Baum. Zumal die Printausgabe genauso teuer ist, wie Cicero andenkt die einzelnen Ausgaben im AppStore anzubieten: 8 Euro.