Die Rückkehr der schönen Gefühle: Neue Musik entdecken mit der iPad-App Aweditorium

von Dirk Baranek am 14. November 2010 · 8 Kommentare

Eine neue kostenlose iPad-App hat die Bühne betreten und die wird sicher in den nächsten Tagen für Furore sorgen. Die Rede ist von Aweditorium (iTunes-Link), eine clevere Wortschöpfung aus dem in der Webwelt so beliebten “awesome” (deutsch etwa “großartig”) und dem Begriff “auditorium” (deutsch “Zuhörer”).

Bei dieser App geht es um das Entdecken neuer Musik, von Sounds, von denen man bisher nichts hörte, die eher versteckt liefen, die kurz vor dem Durchbruch sind. Von Musik jedenfalls, so meine erste Einschätzung, die gut ist und die man hören will, die man aber noch nicht kennt.

Das Entdecken ist auf dieser App spielerisch organisiert, beinahe zufallsgetrieben. Man muss sich nicht anmelden, nicht Vorlieben mit Worten beschreiben oder den bekannten Genre-Schubladen zuordnen, nicht Lieblingsbands benennen, aus denen dann mittels sozialer Beziehungen neue Vorschläge generiert werden.

Vielmehr bekommt man eine Oberfläche angeboten aus vielen bunten Bildchen. Sobald man auf eines dieser Fotos tippt, geht es los: die Musik der betreffenden Band oder des Künstlers wird abgespielt. Dazu poppen Infos rein, kurze Texte aus Konzertkritiken, Infohäppchen usw.. Falls es ein Video zu den Musikern gibt, kann man das in der App aufrufen. Es ist verblüffend einfach, aber sehr faszinierend. Das sind genau diese Gefühle, die zu Musik gehören und die Entwickler uns wiederbringen wollen: schön, anrührend, traurig, komisch. Es geht eben um Musik.

Mein erster Eindruck über diese App: ein ganz neues App-Gefühl. Es tut sich auf eine schier unendliche Welt voll schöner Musik. Die App hat allerdings noch ein paar Kinderkrankheiten. Klar, die Server des Anbieters sind etwas überlastet. Aber das wird sich geben. Trotzdem: man kann sich stundenlang darin bewegen und ganz einfach neue Musik finden, die einem gefällt. Zudem wird man mit beieindruckendem Fotomaterial und ausgewählten Videos versorgt. Infos gibts obendrein.

Alle Songs können über Twitter und Facebook geshared werden. Außerdem gibt es einenAnschluss an iTunes.

Das alles wird sehr fein präsentiert, mit teilweise überraschend schönen Ideen. Zum Beispiel blendet der jeweilige Song sanft in den Hintergrund, wenn man das Begleitvideo startet.

Für mich die Geburt einer neuen Form des Musikjournalismus, der nicht fordert, sich jetzt mal gefälligst auf die tollen Wortinhalte zu konzentrieren, sondern der sagt: lehn dich zurück, bleibe entspannt, wir zeigen dir jetzt mal was Schönes.

Hier ein 20minütiges Interview mit James Miao, Mitbegründer von TheSixtyOne, die die App entwickelt haben. Das Interview, in dem die App selbst natürlich nicht zu kurz kommt, führt der US-Techblogger Robert Scobble, der schon vom “Flipboard of Music” spricht..

Danke für den Tipp an @frankstohl