So lange die Gerüchte um eine Apple-eigene Möglichkeit zur Einstellung von Zeitungen und Zeitungsausgaben nur Gerüchte sind, müssen sich die Medienhäuser mit eigenen Apps aushelfen. Nach der Zeit, die vor kurzem eine ganz-okaye App zur Ansicht der eigenen Zeitungen gelauncht hat, bringt nun die Frankfurter Rundschau einen eigenen Kiosk in den App Store.
Die Frankfurter Rundschau selbst machte in der näheren Vergangenheit vor allem mit Luquiditätsproblemen und -gerüchten Schlagzeilen. Gleichzeitig zeigte sie sich beispielsweise mit dem veränderten Format (noch vor der Welt Kompakt) innovativ. Aus diesem Grund lohnt es sich die Schritte der FR zu beobachten.
Die App an sich ist zunächst umsonst, eine “Schnupper-App” (die Ausgabe vom 15.09.2010) gibt es umsonst. Alle anderen Ausgaben kosten 0,79€, was unter dem Preis der Printausgabe liegt. Vor dem Kaufen bekommt man zu jeder Ausgabe eine kleine Voransicht mit den wichtigsten Themen. Nach dem Kaufen geht es direkt hinein in die Zeitung.
Die Ausgaben sind keine einfachen PDFs, in denen man herumzoomen muss, sondern sind speziell für das iPad aufbereitet. Der Text auf der Inhaltsseite ist klickbar und verlinkt quer auf den jweiligen Artikel, in manchen Rahmen kann man scrollen, es ist auch hier und da mal eine Bildgalerie oder ein Video integriert. Gleichzeitig liegt der Fokus deutlich auf den Texten.

Als Porträtmodus-Liebhaber habe ich es erst nicht bemerkt, aber: Die Artikel haben zwei Ansichtsvarianten. Die eine – im Hochformat – zeigt oben die Headline, Anleser und ein Bild zum Artikel. Weiter runter wird dann der reine Text des Artikels ausgegeben. So kann man runterwischen zum weiterlesen oder nach links oder rechts wischen, um zum nächsten oder letzten Artikel zu gelangen. Liest man einen Artikel kann man per Zoomen mit Zwei fingern im Porträtmodus den Text vergrößern. Das ist eine sehr angenehme Funktion, die Texte sind nämlich nicht gerade optimal gestaltet. Standardmäßig ist, für mich, der Text immer deutlich zu klein. Beim hochskalieren bleibt der Zeilenabstand allerdings sehr sehr eng. Typografisch lässt sich hier noch eingies machen.

Im Querformat (Landscape-Mode) besteht der Artikel aus einzelnen Seiten, die sich durch auf- und abwärts Wischen umblättern lassen. Die Seiten sind starr gestaltet, ethalten dafür auch Infografiken und Bilder. Hier ist der Text typografisch angenehmer aufbereitet, allerdings auch nicht optimal. Ein oder zwei Punkt mehr, hätten der Schriftgröße gut getan.

Als Erstbenutzer war es für mich ärgerlich erst spät zu entdecken, dass die App zwei verschiedene Modi besitzt. Schlimmer ist aber, dass man relativ lange braucht, um zu begreifen, dass beim Tappen auf den unteren Bildschirmrand die Navigationsleiste erscheint, mit Hilfe derer man zurück zur Bibliothek gelangt oder sehr einfach durch die Zeitungsinhalte scrollen kann. Ein offensichtlicherer Buton dafür würde Einsteigern einen ersten Frustrationsmoment ersparen.

Ein tolles Feature ist der “Newsticker”, der die aktuellsten Meldungen aus unterschiedlichen Kategorien enthält. So hat man die Zeitung von gestern und die News von heute. Auch hier ist die Schrift aber zu klein und im Querformat nutzt das Layout nicht die Breite des Gerätes – die eine schönere Typografie ermöglicht hätte.
Insgesamt ist es eine sehr angenehme Art die Fr zu lesen. Ich frage mich allerdings wo der Vorteil gegenüber einem gut gestalteten Onlineangebot, das kostenlos zugänglich ist, liegt. Es ist eine Grundsatzfrage, aber ich weiß: Ich bleibe bei Zeit Online. Die FR-App hat Spaß gemacht. Meine Informationen werde ich aber weiterhin aus dem Web ziehen.


Öhm, da ist aber bei jeder Ausgabe auf Seite 3 (glaube ich) eine sehr schöne Erklärung, in der auch ganz deutlich der Unterschied zwischen Hoch- und Querformat deutlich wird. Also nicht beschweren, sondern genauer hinschauen. Gerade beim ersten Start der App sollte man doch mittlerweile als geübter User auf solche Dinge achten. Ich mache das jedenfalls und mir blieben keine Funktionen der FR verborgen.
Ich lese eine Zeitung nicht linear. Und: Apps sollen nicht für erfahrene User funktionieren, sondern für JEDEN, auch den DAU.
Also, abgesehen davon, dass Herr Potega für diesen Blogpost schon einmal einen Blick in die Kurzanleitung hätte werfen können, kommt mir die FR-App in diesem Text etwas zu schlecht weg. Denn hier haben sich einige Leute schon deutlich mehr Gedanken gemacht als bei den lieblosen Umsetzungen der ZEIT oder dem Spiegel. Die Aufbereitung der Themen ist meist gelungen und es macht Spaß, darin zu lesen. Die Typo ist auch aus meiner Sicht nicht ganz optimal. Aber ansonsten geht das hier schon in die richtige Richtung.
Wenn ich eine Anleitung lesen muss, ist ein Programm nicht gut.
[...] unterhaltsamer und komfortabler. Ich will mehr davon, wünsche mir pralles digitales Leben über Rundschau-App und The Iconist hinaus und freue mich auf Weiterentwicklung und Weiterdenken, durchaus auch in [...]