Flipboard: Das Kaffeetischchenbuch der Sozialmedien

von Dirk Baranek am 21. Juli 2010 · 5 Kommentare

Also gut, diese App macht heute Furore, alle sind begeistert.

Habe ich mir die auch mal geladen. Ist ja kostenlos.

Dann fingen aber die Probleme an. Zunächst mal kann man sich hartnäckig nicht einloggen, denn man muss sich, um das Ding zu nutzen, mit seinem Twitter- und seinem Facebook-Account registrieren. Das funktionierte heute auf Grund des Riesenansturms nicht. Hallo, es gibt grade mal 3,5 Millionen iPads in der Welt.

Meinen Twitter-Account damit zu verknüpfen, habe ich inzwischen geschafft, aber Facebook geht nach wie vor nicht. Inzwischen schieben die Betreiber eine Nachricht auf den Schirm, dass bis auf weiteres keine Facebook-Log-Ins mehr angenommen werden. Sie arbeiten dran…

Dieser Vorgang macht deutlich: Die App ist abhängig von den Flipboard-Servern. Okay, kann man wie Twitter in den Griff kriegen. Hrhr.

Und was kann ich denn jetzt so sehen bzw. abonnieren auf Flipboard.

  • Eine Timeline eines Twitteraccounts. Mehrere Accounts sind nicht möglich. Für mich bedeutet das: Ich habe die Timeline meines Accounts @baranek abonniert, aber die Timeline von @ipadMag kriege ich nicht drauf.
  • Twitterlisten. Ich kann meine eigenen Listen abonnieren.
  • Twitterer. Ich kann Twitteraccounts suchen und deren Feed abonnieren, sehe also deren Tweets.
  • Ich kann irgendwelche Feeds abonnieren, die Flipboard mir anbietet. Woher die kommen? Keine Ahnung… Zum Beispiel erscheint dort der Feed “BoingBoing”. Dabei scheint es sich weder um deren Twitter-Account zu handeln, noch um deren RSS-Feed.

Was geht nicht?

  • Twitterlisten von anderen Accounts? Fehlanzeige.
  • RSS-Feeds? Fehlanzeige.
  • Die Timeline weiterer Twitter-Accounts? Fehlanzeige.
  • Komische Sache ist das mit dem Aktualisieren. Es wird nicht von selbst aktualisiert, wenn man den gewählten Feed geöffnet hat. Man muss die gesamte App schließen und neu starten, dann kommt das neue Zeug.
  • wenn ich mal so meine Timeline vergleiche und daneben Flipboard halte, geht da irgendwie einiges durcheinander. So richtig chronologisch ist das alles nicht.

Fazit

Unbestritten, die Sache sieht toll aus. Die grafische Umsetzung der Voransichten ist brilliant und funktioniert ganz toll.

Aber es gibt noch einige Haken an der Sache, die mir zumindest den Spaß vergällen. Vor allem, dass ich nicht mehrere Twitteraccounts und keine RSS-Feeds einbauen kann, ist ein echter Mangel. Ganz zu schweigen von dem Aktualisierungsdingens und der Abhängigkeit von deren Servern.

Was ich mich frage: Ist das irgendwie ein Blenderding? Macht die Schönheit besoffen? Werde ich das Ding wirklich nutzen? Oder werde ich da mal, wenn ich ein bisschen Langeweile habe, drin blättern, wie in einem Kaffeetischchenbuch? Genau, Flipboard ist das coffee table book der social media.