Aus dem Monats-Archiv:

Mai 2010

Apple: Über zwei Millionen iPad verkauft

von Dirk Baranek am 31. Mai 2010 · 2 Kommentare

Apple hat heute in einer gewohnt knappen Pressemitteilung offizielle Zahlen zu den bisher verkauften iPad veröffentlicht.

In weniger als 60 Tagen habe man bisher über zwei Millionen iPad abgesetzt, so der kalifornische Computerbauer.

Zu den weiter bestehenden Lieferschwierigkeiten äußerte sich Apple-Chef Steve Jobs im O-Ton: We appreciate their patience, and are working hard to build enough iPads for everyone.

Bedeutet: So schnell werden sich die Lieferengpässe nicht auflösen …

iPad am Beamer – eine halbgare Sache

von Dirk Baranek am 31. Mai 2010 · 14 Kommentare

Ich habe heute das iPad zum ersten Mal probehalber an einen Beamer angeschlossen und war doch etwas enttäuscht. Da wird Apple nacharbeiten müssen.

Anschließen kein Problem
Die Verbindung herzustellen selbst war kein Problerm. Einfach mit dem VGA-Adapter in den Dockanschluss. Dann den Beamer an den VGA-Anschluss, fertig. Wurde von dem eingestzeten Beamer sofort erkannt.

Keynote geht
Wenn der Beamer angeschlossen ist, ändert sich die Benutzeroberfläche von Keynote im Präsentationsmodus. Man sieht dann auf dem iPad-Bildschirm nicht mehr die grade angezeigte Folie, sondern nur noch eine Schaltfläche, um vor oder zurück zu gehen, bzw. den nächsten Schritt vorzuführen. Alle Folien sieht man nur in einer gesondert zu aktivierenden Listenansicht auf der linke Seite. Das bedeutet: Man kann die Folie, die man gerade auf die Wand beamt, nicht auf dem Gerät selbst lesen. Man muss also in Richtung Leinwand sitzen. Mit dem Rücken zur Leinwand vortragen ist nicht möglich.

Ein wirklich nettes Feature ist der Laserpunkt. Wenn man präsentiert und mit dem Finger an einer bestimmten Stelle auf dem iPad berührt, dann entsteht nach kurzem Moment an der Stelle auf der Leinwand ein roter Punkt. Wenn man mit dem Finger dann herumfährt, wandert der Punkt mit. Das ist wirklich gelungen.

Videos zeigen
Ich habe dann weitere Programme getestet. Was jedenfalls geht, ist das Abspielen von Videos. Sowohl solche, die man lokal auf dem iPad gespeichert hat, als auch die, die man mit der YouTube-App aufruft, werden ohne Umschalten sofort auf den Beamer gespielt. Das iPad selbst ist aber dann weiß. Man sieht das Video dort nicht. Der Sound läuft allerdings auf dem iPad ohne Probleme.

Rest? Fehlanzeige!
Das finde ich wirklich enttäuschend: Ich habe sonst kein weiteres Programm oder eine App gefunden, die die Beamerprojektion unterstützt. Vor allem, dass man Safari nicht projezieren kann, ist für meine Zwecke fatal. Ich kann nun nicht mit Kunden gemeinsam Webseiten betrachten und diskutieren, obwohl ich besonders das brauche. Angesichts der UMTS-Fähigkeit ist das ein besonders herbes Manko. Kapiere ich auch nicht. Übrigens kann mach auch keine Fotos zeigen aus der iPhoto-App.

Fazit
Das Feature funktioniert soweit, aber es müssten eigentlich alle Apps und Safari auf dem Beamer laufen. Auch Keynote und die Videos sind nicht so ganz optimal zu steuern, weil auf dem iPad nicht das zu sehen ist, was sich auf der Leinwand abspielt.

Hier muss Apple jedenfalls noch tüchtig nachbessern. Das scheint mir möglich, weil es sich nur um ein Update der Software handeln sollte.

Frage: Liege ich richtig oder habt ihr Apps, die auch noch laufen?

Hoffnungsvoll haben Verlage und Konsumenten das iPad erwartet. Als Retter der Magazinpublikationen, als optimales Device zur Betrachtung dieser. Was wir aber bisher vorliegen haben, ist mehr als enttäuschend. Und das wird sich nicht ändern.

Jetzt, wo das iPad auch in Deutschland verfügbar ist, können wir auch in den Genuss deutscher Zeitungen und vor allem Zeitschriften auf dem iPad kommen. Neben der bereits vom iPhone bekannten SPIEGEL-App, haben es auch die WELT und die brand eins in den AppStore geschafft. Am meisten erwartet wurde auch hierzulande allerdings die lange angekündigte iPad-Version von WIRED, die seit einigen Tagen im AppStore zu finden ist.

Da für letztere ein sehr hoher PR-Aufwand betrieben wurde und sie immer wieder als Beispiel für die Umsetzung eines Erfolgreichen Magazins auf dem iPad genutzt wurde, steht sie nun da als Symbol für Zeitschriften und ähnliche Publikationen auf dem neuen Applegerät. Und obwohl die Kommentare vieler Nutzer und die Verkaufszahlen zunächst eine etwas andere Schlussfolgerung nahelegen: Sie ist eine absolute Enttäuschung.

Die meisten Leser werden sich an die “interaktive” CD-ROM erinnern, an die 90er Jahre. Es scheint so, als lade man sich diese CD-ROM nun zwar aus dem AppStore und das von Unterwegs – aber viel hat sich nicht verändert. Man kann auf Tap (statt Klick) ein Bild auf Bildschirmgröße maximieren, Videos abspielen, Töne erzeugen, Bildanimationen ansehen. Was im ersten Moment ganz nett aussieht, aber auch damals schon mehr technische Spielerei war, als inhaltliche Bereicherung. Ein reines, nett aufbereitetes PDF wäre mir fast lieber.
Habe ich noch vor wenigen Tagen das iPad als benutzerfreundliches Gerät gelobt, muss ich heute auf die Drittanbieter schimpfen.

Im Prinzip ist die Applikation eine Anreihung von Bildern, durch die sich der Benutzer scrollen kann. Ich fühle mich erinnert an meine Anänge im Webdesign, als ich in Photoshop Layouts in Tabellen aus einzelnen Bildern zerlegt und so online gestellt habe. Nun könnte man wenigstens damit argumentieren, dass ja die Bilder, durch die man scrollt, ja wenigstens schön anzuschauen sind, was so weit auch stimmen mag. Mehr als durchblättern möchte man aber nicht wirklich machen, zum Lesen animiert das Layout nicht.

Und nun kommt die wichtigste Frage, mit der wir von WIRED wieder zurück auf die Allgemeinheit der Magazine kommen:

Welchen Mehrwert bietet das Magazin als App gegenüber der Website?

Keinen. Nicht bei WIRED, nicht bei SPIEGEL, nicht bei der WELT. Sicherlich sind Inhalte dabei, die es im Web so nicht gibt. Genauso könnte man diese aber als Paid Content online stellen. Magazin-Apps sind nämlich nichts anderes: Paid Content hinter dem Schleier des AppStore.

Die beste Magazin-App wäre also ganz simpel eine Website. Eine Magazin-App, die die eigene Website für das iPad optimiert und um für das Gerät interessante Funktionen erweitert. Zum Beispiel könnte man Funktionen wie die von Instapaper übernehmen. Artikel zum später lesen temporär auf dem iPad speichern. Und das ist nur eine von tausenden Ideen, die man nach wenigen Sekunden Brainstormen haben könnte.

Nun verdient man damit selbstverständlich nicht so viel Geld wie mit einer monatlich erscheinenden App für 6€. Noch. Vermutlich verdient man mit der jetzigen Variante aber auch nicht viel Kohle, die Produktion ist noch relativ teuer, die Absätze noch zu niedrig. Und der Erfolg wird nicht schlagartig in die Höhe schießen, wenn die Publikationen weiter so aussehen werden wie jetzt.

Ich warte gespannt auf iAd. Vielleicht ändert es die Herangehensweise an die eigenen Publikationen auch in diesem Bereich zum Guten.

Videobericht über iPad-Start in Stuttgart

von Dirk Baranek am 28. Mai 2010 · 4 Kommentare

Der Verkaufsstart des iPad ist in Stuttgart in ruhigen Bahnen verlaufen. Zwar hatten sich knapp 100 Interessenten des neuen Tablet-Computers vor der Filiale des Apple-Händlers Gravis in der Lautenschlagerstraße eingefunden, aber Gedränge und Schubsereien hat es nicht gegeben. Die ersten iPad-Fans waren bereits um 5:30 Uhr erschienen, um als erste bei der um zwei Stunden vorverlegten Ladenöffnung zum Zuge zu kommen. Dann wurde im Laden geduldig Schlange gestanden. Allerdings konnten nicht alle das begehrte Gerät erwerben, da die beiden beliebtesten Modelle der insgesamt sechs Versionen nicht vorrätig waren. Der Frust stand daher einigen ins Gesicht geschrieben. Mehr Reaktionen hier in dem Video.

Link zu YouTube

Zensur in Zeiten des iPads

von Dirk Baranek am 28. Mai 2010 · 27 Kommentare

Apple reguliert die Inhalte, die bei iTunes angeboten werden. Der Bereich Musik ist meines Wissens noch nie so recht davon betroffen gewesen, aber bei den Apps gab es zuletzt erhebliche Eingriffe. Inhalte mit leicht anzüglichem Bildmaterial wurden rausgeschmissen. Es ging dabei nicht um Pornografie, davon war sowieso noch nie etwas zu sehen, sondern um relativ harmlose Bikini-Fotos.

Jetzt aber geht es weiter. Inzwischen sind ja auch deutsche Verlage mit ihren Produkten auf Grund der neuen Möglichkeiten des iPads dort vertreten. Unter anderem der Springer-Verlag mit seiner App iKiosk. Mit der ist es möglich, aktuelle Print-Ausgaben von WELT, Hamburger Abendblatt und auch BILD zu laden.

Besonders das Revolverblatt BILD ist dafür bekannt, blanke Busen zu zeigen, gerne auch auf der Titelseite. Dass diese Darstellungen mit weißen Streifen überarbeitet werden, um nicht gegen die Regeln von Apple zu verstoßen, kann nicht überraschen. Allerdings geht die (Selbst?-)Zensur wesentlich weiter, wie man heute sehen konnte. Nicht nur Sex und Erotik scheint im Visier der Apple-Kontrolleure zu stehen, sondern auch Darstellungen, die in der US-Medienwelt als graphic violence bekannt sind.

In zwei BILD-Artikeln befinden sich Fotos, die durch schwarze Flächen abgedeckt werden. Zum einen geht es um Bilder aus einer TV-Dokumentation über brutale Aktionen in Tschechien, die sich im Mai 1945 offenbar gegen Sudetendeutsche richteten. Hinrichtungsszenen, Tote – alles abgedeckt. Der zweite Artikel berichtet über den “Plastinator” Gunter von Hagen, der Leichenteile präpariert und ausstellt. Auch hier wurden Darstellungen abgedeckt.

Sicher, BILD beutet solche Bilder gnadenlos sensationalistisch aus. Es stellt sich aber die Frage, wie weit das alles noch gehen wird. Werden wir bald auch keine Bücher im iBookstore finden, in denen Fotos von Leichenbergen in Konzentrationslagern den Völkermord dokumentieren? Wird das berühmte Exekutionsfoto aus dem Vietnamkrieg nicht mehr in der Applewelt zu sehen sein? Werden zuletzt die Schreckensbilder von Goya aus dem spanischen Krieg vor 200 Jahren der Zensur zum Opfer fallen?

Hier wird sich ein Druck in der öffentlichen Meinung aufbauen müssen, um solchen Entwicklungen Einhalt zu gebieten.

iPad: es geht los …

von Dirk Baranek am 27. Mai 2010 · 2 Kommentare

Das iPad ist da. Kam heute Morgen. Hier ein Bericht, was dann geschah…

In Betrieb nehmen
Ist gar kein Problem. Anschließen via Dock zu USB. iTunes springt dann gleich an. Zunächst mal muss man seinen iTunes-Account aktivieren.
Dann wird man gefragt, ob man das iPad jetzt so synchronisieren will gemäß seines letzten iPhone-Profil. In diesem Vorgang werden jetzt aber nicht alle Daten rübergezogen, sondern nur die Grundeinstellungen.

Dann startet das iPad neu.

Jetzt geht es so richtig los. Es werden nun alle Apps, die für iPad geeignet sind, rübergespielt und die Daten wie Musik und Filme, die ich auf dem iPhone mit mir rumschleppe, etwa acht GB. Das dauert natürlich schon mal ein Weilchen. Unter anderem auch weil “Fotos für iPad optimieren” angezeigt wird. Offenbar werden die aus iPhoto anders runtergerechnet als beim iPhone. Macht ja Sinn.

Jetzt erstmal ein bisschen aufräumen. Ein paar Apps sind wirklich überflüssig, zum Beipiel alle die, die eine Kamera benötigen.

Neues Zeug
Alles nächstes erstmal in den App-Store. Gekauft wird

  • Pages
  • Keynote
  • Die neue Ausgabe von WIRED

Außer dem mal zum testen

  • die App iKiosk von Springer (für Lesen der WELT)
  • die App von FOCUS online

Die ganze Geschichte ist nach etwa 45 Minuten vorbei.
Hier übrigens noch ein Teil, das mitgeliefert wird: Der Pin zum Öffnen des SIM-Karten-Schachtes. Habe ich bei meinem ersten iPhone verzweifelt gesucht ;-)

FOCUS Online jetzt mit App für iPad

von Dirk Baranek am 27. Mai 2010 · 0 Kommentare

Es kam grade eine Pressemitteilung rein, die ich jetzt mal schnell hier reinpaste. Später mehr dazu.

FOCUS Online auf dem iPad

Ab sofort steht die News-Applikation im Apple Store kostenlos zum Download bereit

München/Hamburg, 27. Mai 2010 — FOCUS Online veröffentlicht pünktlich zum Verkaufsstart des iPad in Deutschland eine kostenlose Multimedia-Applikation für das Tablet-Gerät. Erstellt wurde die App von Cellular, Hamburg.

Die Startseite der iPad-App von FOCUS Online bietet in drei separaten Modulen die neuesten Nachrichten, aktuelle Videos und die vertiefenden Inhalte der Ressorts. Eine integrierte Suchfunktion erschließt das gesamte Archiv von FOCUS und FOCUS Online.

Sämtliche Inhalte werden sowohl im Portrait- als auch im Landscape-Modus perfekt ausgespielt. Der iPad-Leser findet fast alles auf einen Blick, ohne in die einzelnen Untermenüs hinein- und später wieder hinaus navigieren zu müssen. Mit einer einfachen Wischgeste etwa lassen sich die Ressorts und ihre Themen durchblättern, ohne dabei die Startseite zu verlassen. Ein Fingertipp auf den Artikel genügt, um im erscheinenden Pop-up-Menü Schriftgrößen zu ändern oder den Artikel via E-Mail, Facebook oder Twitter zu verbreiten.

Oliver Ebert, Produktchef von FOCUS Online: “Wir bieten eine Applikation an, die die Inhalte von FOCUS Online perfekt für das iPad optimiert umsetzt. Gemäß unserer Free-Content-Strategie ist die iPad-App wie auch schon unsere iPhone-App kostenlos verfügbar.”

Konzept, Design und technische Umsetzung stammen von CELLULAR, Deutschlands führender Mobile-Agentur, die das Nachrichtenportal bereits auf dem iPhone zum Top-Download gemacht hat.

Was ist das denn für eine krasse Geschichte, die uns ein netter Leser zugeschickt hat? Offenbar ist Apple das 16GB-Modell des iPad ausgegangen, will aber trotzdem die Kundenbestellungen erfüllen. Daher bekommt er nun 32 GB geliefert, ohne Mehrkosten. Aber lest selbst, was Apple für eine E-Mail rausgeschickt hat:

Sehr geehrter(r) R.

vielen Dank dass Sie am Online Store Programm für iPad Vorbestellungen teilgenommen haben.

Wir freuen uns, dass wir Ihre Bestellung entsprechend ändern und das von Ihnen ursprünglich bestellte iPad 16GB durch ein iPad 32GB ersetzen können. Für Sie enstehen hierdurch keine zusätzlichen Kosten.

Ihr iPad wird am oder vor dem 28. Mai ausgeliefert.

[...]

Mit freundlichen Grüssen
Ihr Apple Store

Waaaas? Statt 16 GB kriegt er nun 32 GB, damit Apple seine Termine erfüllt? Unglaublich.

Hier noch der Screenshot der Mail.

iPad eingetroffen

von Dirk Baranek am 27. Mai 2010 · 5 Kommentare

Nachdem ich am 10. Mai bestellt hatte, ist mein iPad nunmehr heute Morgen eingetroffen. Auf dem Foto sind neben dem Gerät selbst die Zubehörteile zu sehen, die ich gleich mitbestellt hatte

  • das iPad (16 GB mit 3G)
  • das iPad Case, also eine Art Hülle (flache Packung)
  • der Dock Connector (links), um das Gerät an VGA anzuschließen z.B. einen Beamer
  • der Camera Connection Kit zum Anschluss von Digitalkamera bzw. Speicherkarte

Gesamtpreis für dieses Set: 696 Euro inklusive Transport und Mehrwertsteuer.

Heute morgen habe ich auch wieder mit Telekom telefoniert, um eine MicroSIM-Karte zu bestellen. Die kommt wohl jetzt am Montag. Habe nun das Angebot für iPhone-Vertragkunden wahrgenommen: 19,95 Euro im Monat mit einer Datenflat von 3 GB.

Video: So sieht WIRED auf dem iPad aus …

von Dirk Baranek am 26. Mai 2010 · 1 Kommentar

Wie heute berichtet, ist das Magazin WIRED jetzt auf dem iPad mit einer eigenen Ausgabe vertreten. Inzwischen gibt es auch einen fetzigen “Trailer”, der zeigt, wie das so aussieht: Ziemlich klasse.

Hier gibt es die Juni-Ausgabe bei iTunes für 3,99 €.

Und hier noch die Videobesprechung des iPhoneBlogs