Aus dem Monats-Archiv:

Februar 2010

Unschöne neue Welt

von Dirk Baranek am 24. Februar 2010 · 0 Kommentare

Hoppla, Apple, was geht? Bricht jetzt die schöne neue Welt an, eine saubere Welt, frei von allem was der gemeine Spießer dafür hält? Ohne all die bösenbösen Dinge, die die offene Gesellschaft so hervorgebracht hat? Nackte Haut, ein bisschen Erotik, ein bisschen Spaß?

Hintergrund dieser Vision ist der Umstand, dass die Kalifornier den App-Store bei iTunes in den leztzten Tagen massive “gesäubert” haben. Etwa 5.000 Apps, die irgendwie sexuell konnotiert waren, sind rausgeflogen. Opfer wurden unter anderem auch BILD und eine sexy Bildstrecke des STERN, wie SpiegelOnline berichtet.

Nun, um das klar zu stellen, ich weine diesen Erotikhäppchen keine Träne nach, was solls, interessiert mich nicht. Aber, auch das sei erwähnt, es handelt sich bei den inkriminierten Aps nicht um Pornografie. Das war eh schon verboten. Vielmehr sind selbst harmlose Bildchen-Apps mit Damen im Bikini gelöscht worden. Daher lässt das Vorgehen von Apple doch aufhorchen.

Zum einen sind die Kritierien der Löschungen unklar. Niemand weiß so richtig, wie weit man gehen kann. Apple agiert ziemlich selbstherrlich und ändert die Bedingungen ohne Transparenz. Das verunsichert die Anbieter natürlich enorm.

Zum anderen lässt die Aktion schlimmes vermuten, wenn es um Inhalte für das iPad geht. Sicher, Porno braucht dort niemand, aber was ist mit den ganzen Lifestylemagazinen, die jetzt schon für das iPad besondere Ausgaben entwickeln. Denn diese hatten sich gerade erst so richtig gefreut, weil das iPad endlich einen Ausweg aus der so genannten “Kostenlosfalle” zu bieten scheint. Denn anders als im Web wollen die Verlage gleich zu Beginn nur noch Bezahlinhalte für das iPad anbieten. So zum Beispiel auch die Videoplattform Hulu, wie Macnews gestern meldete. Hulu will für seine Angebote auf dem iPad gleich Geld verlangen und hat den Vorteil, dass die gratis angebotenen Web-Inhalte wegen fehlenden Flashs auf dem iPad nicht angezeigt werden können.

Was aber ist mit den Magazinen? Müssen die dann jedes Mal bibbern, weil den Moralhütern von Apple vielleicht eine Parfümreklame wegen zuviel nackter Haut nicht gefällt? Wird jetzt die ganze Welt nach den Moralvorstellungen christlicher US-Fundamentalisten gestaltet? Werden wir das Kamasutra nicht aufs iPad kriegen? Oder Bukowski? Die Klassiker der Weltliteratur haben bekanntlich so einiges an “Stellen” zu bieten …

Das wäre natürlich heftig und ein erhebliches Manko für das neue Gerät. Denn ohne Inhalte ist das alles nichts. Die schöne neue Welt hätte vor allem einen Nachteil: Sie wird gar nicht stattfinden.

Irgendwie werde ich das Gefühl nicht los, dass Apple Neuland betritt und damit nicht so richtig klarkommt. Auf einmal ist man kein Hersteller mehr von digitalen Gerätschaften, also Hardware, sondern bewegt sich auf das unsichere Terrain des Verlagswesens. Da gelten andere Regeln. Da ist alles weich und irgendwie nicht greifbar. Regeln, die im übrigen Amazon ganz gut beherrscht…

Nachdem das Magazin WIRED bereits seine Version für das iPad vorgestellt hatte, zieht jetzt das US-Lifestyleblatt INTERVIEW nach. Das wurde vor 40 Jahren von Andy Warhol gegründet. Jetzt hat der Verlag seine Version für eine iPad-Ausgabe vorgestellt und als Video veröffentlicht. Geplant ist, zum Verkaufsstart des iPad Ende März gleich drei Ausgaben anzubieten: Die Jubiläumsausgabe (Dez09/Jan10 und die Ausgaben von Februar und April 2010.

Klar wird: INTERVIEW wird die audiovisuellen Möglichkeiten des iPad voll ausnutzen…

Verlagschef Francis Malone sagte anlässlich der Vorstellung:

Interview magazine occupies a unique position, providing access to the most intriguing personalities in entertainment, fashion and popular culture. Our new mediadesign, creative, technology, and contentcompetencies are world class and, importantly, in-house. By leveraging our new media capabilities, Interview can now connect and engage with its audience anytime, anywhere. This is a new kind of audience network: a ubiquitous networkoriginal and great content, on any device, at any time, in any place.

iPad 3G exklusiv bei Telekom?

von Dirk Baranek am 20. Februar 2010 · 2 Kommentare

Das iPad wird es ja in zwei Versionen geben – eine mit Wifi und eine mit eingebauter UMTS-Verbindung genannt 3G. Die letztere bedeutet: man kann mit dem Gerät überall ins Web. Allerdings braucht man dafür natürlich einen Provider, d.h. ein Telekomunternehmen, dass einem die Netzverbindung ermöglicht und abrechnet.

Bisher ist völlig unklar, wie sich Apple das Vertriebsmodell für die zweite Variante vorstellt. Wird man das iPad 3G irgendwo kaufen können und sich dann selbst einen Netzbetreiber aussuchen können? Oder wird das Gerät wie beim iPhone exklusiv über einen bestimmten Anbieter vertrieben?

Arktis, einem Vertrieb von Apple-Zubehör, behauptet in seinem heute veröffentlichen Podcast: Das iPad3G wird es nur exklusiv über die Telekom geben. Anlass für diese Behauptung ist ein Hinweis aus England. Einer der Lieferanten von Arktis habe sich in diese Richtung geäußert. Ihm lägen entsprechende Hinweise vor …

Was bedeutet das? Zum einen könnte das für Besitzer von iPhones bedeuten, dass ihnen die Telekom ein entsprechendes Angebot macht, vielleicht sogar einfach eine zweite SIM-Karte aushändigt. Zum anderen könnte die Telekom das iPad selbst subventionieren und für einen Betrag um die 30 Euro im Monat eine Flatrate anbieten. Letzteres würde natürlich den Verkauf ziemlich anheizen…

Warten wir es ab. Spätestens Ende März wissen wir mehr …

Neue App von Spiegel Online als Vorbild für iPad?

von Dirk Baranek am 19. Februar 2010 · 0 Kommentare

DER SPIEGEL stellt in diesem Video seine neue iPhone-App vor. Die wird aber nicht wie die einiger konkurrierender Blätter (zB. Focus) die Inhalte der Website gratis und in angepasster Form präsentieren, sondern dient allein der Ansicht eines kostenpflichtigen Downloads. Der enthält dann die komplette gedruckte Ausgabe, allerdings schon am Samstag. Für die frühere Auslieferung muss aber auch mehr gezahlt werden. Statt 3,80 Euro für die Printversion wird diese Ausgabe 3,99 Euro kosten. Bis Ende März gibt es eine Einführungsphase mit einem Copy-Preis von 2,99. Auch ein Abo wird es geben.

Mit diesem Vertriebsmodell zeichnet sich eine Entwicklung ab, die sich auf dem iPad fortsetzen könnte. Statt reduzierte und nur ausgewählte Inhalte gratis anzubieten, wird der komplette Content zum Kauf angeboten. Der einzige Vorteil gegenüber der gedruckten Ausgabe besteht dann aus einem gewissen zeitlichen Vorlauf.

Frage ist natürlich, ob das nun wirklich jemand kauft. Bisher sind kostenpflichtige Downloads von Printausgaben gnadenlos gescheitert. Woran das genau liegt, ist unklar. Vermutlich ist der Lesekomfort am Bildschirm einfach zu schlecht…

Gespannt bin ich auch, ob die Inhalte werbefrei sein werden. Bisher ist ja das Anzeigengeschäft der Printausgabe eine der wichtigsten Erlösquellen für die Verlage. Andererseits dürften die Vertriebserlöse natürlich wesentlich besser sein. Denn der Download geht ja wohl am iTunes-Store vorbei. Apple dürfte also null mitverdienen.

Klar ist: Diese App von Spiegel Online wird wie von Apple angekündigt auch auf dem iPad laufen. Die Zukunft des digitalen Publizierens hat begonnen.

Via Kress

Da ja nun bereits die Entwicklersoftware (SDK) ausgeliefert wurde, mit der Programmierer die Apps für das iPad bauen können, ist es möglich, Anwendungen auf dem iPad zu simulieren.

In diesem Video wird gezeigt, wie sich das auf Safari darstellt, Apples Webbrowser. Ganz interessant. Zum Beispiel werden Lesezeichen als kleine Icons auf der Benutzeroberfläche abgelegt und Tabs werden als Thumbnails dargestellt. Schick.

Via: m4gic.net

Video: Wie WIRED seine Ausgabe für iPad entwickelt

von Dirk Baranek am 16. Februar 2010 · 2 Kommentare

So wird das also aussehen…

“Darauf haben wir 15 Jahre gewartet.”

Zukünftiges iPad-Zubehör im Community-Test

von Dirk Baranek am 16. Februar 2010 · 1 Kommentar

Ganz interessanter Ansatz, den die Leute des Unternehmens Arktis, einem Lieferanten für Zubehör von Apple-Produkten, hier auf Facebook verfolgen. Sie haben vorgeschlagen, dieses Standgerät herzustellen, dass sie iPad-Butler nennen wollen. Als Vor-Ansicht gibt es erstmal dieses Bild unten. Dann lassen sie die Leute auf ihrer FB-Fanpage diskutieren, ob die sich vorstellen könnten, das Ding zu kaufen.

Insgesamt ist der Großteil der Kommentatoren erstmal etwas skeptisch. Liegt teilweise wohl am Preis (150 bis 200 Euro), der dieser Zielgruppe etwas hoch erscheint. Ich selbst weiß eigentlich auch nicht, ob ich das Ding brauchen könnte. Wozu ehrlich gesagt? Anwendungsmöglichkeiten könnten sich aber einstellen. Messestand usw. Neben dem Sofa kann ich’s mir allerdings nicht vorstellen.

Fazit: Gute Aktion!

iPad schützen mit iBallz

von Dirk Baranek am 16. Februar 2010 · 1 Kommentar

Problem: Was ist, wenn das iPad runterknallt? Je nach Beschaffenheit der Zielfläche könnte das Gerät vermutlich in tausend Stücke zerknallen. Abhilfe verspricht iBallz. Sieht ja recht wirksam aus, aber mal ehrlich, wer will schon solche Gummidinger an seinem Gerät haben…

Verlage scharren mit den Füßen

von Dirk Baranek am 16. Februar 2010 · 0 Kommentare

Nachdem das US-Magazin WIRED bereits angekündigt hatte, eine Ausgabe für das iPad zu entwickeln, verdichten sich die Informationen, dass eine ganze Reihe von Verlagen vom Start weg, also Ende März, mit eigenen Produkten auf dem neuen Apple-Gerät präsent wird. WIRED-Verlag Condé Nast hat bereits wisen lassen, dass es auch Vanity Fair und GQ für das iPad geben wird.

Hier eine kleine Tour de Force durch die verschiedenen Nachrichten.

Britische Verlage lassen entwickeln
Die UK-Agentur 2ergo entwickelt für eine ganze Reihe von Zeitungen iPad-Versionen, wie der Guardian berichtet. Agentur-Chef Colin McCaffrey äußerte sich in einem Gespräch zum Thema. Er ist überzeugt, dass die Nutzer das iPad wie ein Magazin nutzen werden: “I believe the iPad will be about sitting in front of the TV whilst watching TV, browsing a ‘magazine’.” Seine Agentur arbeite mit Hochdruck an Anwendungen für vier namhafte Kunden. Dabei spielten Abo-Modelle eine große Rolle. McCaffrey sieht beim iPad vor allem einen (und einzigen) Vorteil: der größere Bildschirm. Der erlaube den klassichen Tageszeitungen ihr bekanntes Gestaltungsprinzip beizubehalten Es darf wieder umgeblättert werden …

Verlage warnen vor Hürden
Wie die Financial Times meldet, gestalten sich die Verhandlungen der Verlage mit Apple produktiv. Allerdings gibt es wohl zwei Diskussionspunkte, die für Zoff sorgen.

Zum einen geht es um den Anteil, den Apple an den Erlösen im iBookstore erhält. Zwar sind die bereits bekannt gewordenen 30 Prozent vom Verkaufspreis für die Verlage soweit aktzeptabel, egentlich sogar ein guter Deal. Allerdings stößt ihnen sauer auf, dass Apple dann auch an jeder weiteren Abo-Zahlung mitverdienen will. Denn vor allem bei den Abonnements liegt ja für die Verlage das eigentliche interessante Geschäftsmodell.

Strittig scheint zum anderen auch zu sein, wer die wichtigen Kundendaten verwalten wird. Die Verlage betonen, dass die Daten wie Adresse und Kreditkarteninfos ihrer Abonnenten sehr wichtige Informationen seien. Apple weigert sich offenbar, diese an die Verlage weiterzureichen. “We must keep the relationship with our readers. That’s the only way to make a good magazine.” meint zum Beispiel Sara Öhrvall vom schwedischen Verlag Bonnier. Die Daten seien essentiell, um gewisse Inhalte oder auch Anzeigenstrecken zu planen. Apple wird sich hier wohl noch bewegen müssen…

Comics
Der französsische Comic-Verlag Ave!Comics entwickelt eine App für das iPad. Die App selbst wird wohl für kleines Geld zu haben sein. Damit kann man dann Comic-Alben und -Hefte bei Ave! selbst kaufen. Die Produkte sollen zwischen drei und fünf Euro kosten – erheblich billiger als die Printprodukte.

Buch-Apps boomen
Bisher waren im iTunes-App-Store die Spiele der Bereich, der sich am dynamischsten entwickelt. Dieses Bild hat sich schlagartig geändert, wie neue Zahlen belegen. In den letzten Wochen wurden tausende von Büchern hinzugefügt, über 90 Prozent davon kostenpflichtig. Der Lesestoff macht jetzt mit 27.000 Titeln die zweitgrößte Kategorie aus, nach den Spielen mit 28.500. Die große Zahl der neuen Angebote hat auch die Struktur des App-Stores entscheidend verändert: Nur noch ein Viertel aller Apps sind jetzt kostenlos.

Großarschtasche für das iPad

von Dirk Baranek am 15. Februar 2010 · 0 Kommentare

Das iPad wird auch die Bekleidungsindustrie herausfordern. Denn: Wohin mit dem etwa DIN A4 großen Gerät? Immer eine Tasche mitschleppen? Nunja, die ersten spekulieren schon über die Renaissance der Herrenhandtasche, eines der großen Stylingverwirrungen der 70er.

Die Designer von OhNo!Doom haben sich auch schon so ihre Gedanken gemacht. Ihre nicht ernst gemeinte (!) Lösung nennen sie iBap und die sieht so aus.

Sieht ehrlich gesagt voll bescheuert aus. Werden wir noch mehr so Sachen zu sehen bekommen. Gab es in der Anfangszeit des iPod auch. Aber was ist aus all diesen Tech-Jacken mit 50.000 Spezialtaschen geworden? Nullkommagarnichts….