Das iPad – das universelle Buch

von Dirk Baranek am 28. Januar 2010 · 0 Kommentare

So langsam verzieht sich der Rauch und es kommt zu realistischen Einordnungen über den wahren Charakter des neuen Tablet-Computers, den Apple mit dem Namen iPad auf den Markt bringen wird. Alles natürlich auf der Basis der veröffentlichten Informationen, denn wirklich in der Hand gehabt hat das Gerät noch niemand, außer den Apple-Mitarbeitern.

Sicher, der iPad mit seiner Touchscreen-Oberfläche wird mehr bieten als iPhone oder iPod. Zumindest was die Desktop-Anwendungen, also die bekannten Programme zur Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und zur Erstellung von Präsentationen angeht, betritt der iPad Neuland. E-Mail, Foto- und Musikverwaltung, Kalender usw sind ja vom iPhone schon bekannt.

Daneben, und das ist auch schon eine kleine Sensation, solle alle 120.000 bisher erschienen iPhone-Apps auf dem iPad funktionieren. Selbst die location based services können auf Grund des in die 3G-fähigen Geräte integrierten GPS betrieben werden.

Die wirkliche Stärke des iPad wird aber, da sind sich alle Medien heute einig, in der Fähigkeit liegen, elektronisch Bücher und Zeitungen zu konsumieren. Dazu wird es einen iBookstore geben, der bisher noch nicht zugänglich ist. Apple-Chef Steve Jobs hat gestern einen ersten Einblick gegeben. Hier ein kurzer Ausschnitt aus seiner Keynote, in der er den iBookstore vorstellt.

Neben den Produkten der großen Verlage, den vielen Bücher, Nachschlagewerke, Magazine und Tageszeitungen, könnte das auch eine interessante Chance für Kleinverleger werden. Springender Punkt ist dabei natürlich die Struktur der Daten. Hier hat sich Apple für ein offenes Format entschieden: ePub. Das zeichnet sich unter anderem dadurch aus, dass so publizierte Texte dynamisch an die jeweilige Bildschirmgröße des Lesers angepasst werden.

Um Texte oder Bücher in dieses Format zu transformieren, gibt es einige Programme. Teilweise kostenlos … (Mehr Infos siehe hier bei Wikipedia)

Wenn Apple diesen neuen Markt öffnet und die Zugangs-, Freigabe- und Abrechnungsbarrieren sehr niedrig hängt, könnte bald jeder seine Werke im iBookstore veröffentlichen. Ohne einen einzigen Cent für den Druck zu investieren. Und Geld damit verdienen, ohne sich um technische Infrastruktur für Bereitstellung und Micropayment kümmern zu müssen. Sicher, solche Angebote gibt es auf Basis des PDF bereits heute, aber Apple könnte der Sache durch seine Marktmacht eine ganz andere Dynamik geben.

Fazit

Es bleiben noch viele Fragen offen, aber das iPad hat alle Chancen, den Markt für das ehemals gedruckte Wort auf eine neue Basis zu stellen.