Eines ist klar: Apple ist es wieder gelungen, eine gigantische Medienlawine loszutreten. Keine Nachrichtensendung, kein Online-Magazin, keine Tageszeitung konnte das Thema iPad heute auslassen.
Wie schon oft beobachtbar und daher zu erwarten war, ist die Öffentlichkeit gespalten bzw. finden nicht wenige ein paar riesige Haken an der Sache. Zwischen Begeisterung und schierem Frust ist alles dabei.
Hier einige der wichtigsten Thesen
Contra
Kein Multitasking. Ähnlich wie beim iPhone soll es auf dem iPad nicht möglich sein, mehrere Anwendungen parallel zu nutzen. Bevor man ein Programm aufruft, wird das vorherige geschlossen.
Zu wenig Anschlüsse. Das iPad, so die technischen Spezifikationen auf bei US-Apple verfügt nur über zwei Anschlüsse: den Dock-Connector und den Koppfhörerausgang. Kein USB, kein VGA-Ausgang, um einen Beamer anzuschließen, kein Netzwerkanschluss. Stattdessen wird man Videokamera oder Foto-Digicam mittels eines Adapters mit dem iPad verbinden können, der so genannte “Camera Connection Kit”. Hier steht USB und ein Schacht für eine Speicherkarte zur Auswahl.
Zu breiter Rand. Einige halten den Rand neben dem Bildschirm für zu groß. Tatsächlich hat das 700 Gramm schwere iPad einen etwa 1,5 Zentimeter Rand um den Touchscreen. Hier ist also noch Luft für die Apple-Enwickler.
Kein Flash. Wie auch das iPhone wird das iPad zunächst keine Flash-Grafiken anzeigen können.
Das Oma-Gerät. Beliebter Spott einiger Blogger heute. Meint: zu wenig technische Raffinesse, zu reduziert in den Anwendungsmöglichkeiten. Letztlich nur geeignet für die Oma, die auf dem Sofa in Ruhe Bücher lesen will.

Pro
In einem beinahe euphorischen Artikel für die FAZ hat der deutsche Webunternehmer Ibo Evsan all die Argumente genannt, die von den Befürwortern ins Feld geführt werden. Für diese ist das iPad eine Revolution, der Beginn einer neuen Zeit.
All diese Argumente beziehen sich auf die publizistischen Möglichkeiten, die sich für die Anbieter von Inhalten für das iPad ergeben. Evsan sieht Apple schon als neuen Großverlag der Welt. Was hier genau möglich sein wird ist offen. Fest steht, dass viele Verlage auf genau diesen Schachzug gewartet haben. Denn erst das iPad wird, so die Vorstellung, die kostenpflichtige Nutzung von Inhalten am Bildschirm voranbringen.
Die bisherigen Versuche von Amazon und Co mit ihren E-Readern wie dem Kindle hatten bereits viel versprechende Ergebnisse. So hatte Amazon für das letzte Weihnachtsgeschäft hervorragende Zahlen in diesem Bereich vorgelegt. Aber erst die multimedialen Fähigkeiten des iPad sind richtig attraktiv für Nutzer. Die wollen eben nicht nur Bücher und Zeitungen darauf lesen, sondern im Internet surfen, Musik hören oder Filme anschauen.
Fazit
Wie schon oft bei Apple-Produktneuheiten zu beobachten war, birgt die erste Gerätegeneration noch mächtig Potenzial zur Optimierung. Es bleibt zu hoffen, dass das US-Unternehmen auch in diesem Fall auf die Nutzer hört und sich der Kritik annimmt.